Weltraumspiegel: Geplante Satellitenflotte könnte Nächte künstlich aufhellen

  • Weltraumspiegel: Geplante Satellitenflotte könnte Nächte künstlich aufhellen

    Ein US‑Unternehmen plant den Einsatz einer großen Anzahl von Satelliten, die mit ausklappbaren Spiegeln Sonnenlicht auf die Nachtseite der Erde umlenken sollen. Der erste Testsatellit soll noch in diesem Jahr starten und in etwa 600 Kilometern Höhe einen Spiegel entfalten. Damit soll eine Fläche von rund fünf Kilometern Durchmesser mit etwa 0,1 Lux aufgehellt werden – vergleichbar mit Vollmondlicht.

    Das Unternehmen sieht darin mehrere Einsatzmöglichkeiten: zusätzliche Beleuchtung für Rettungsmaßnahmen bei Katastrophen, Unterstützung nächtlicher Bauarbeiten sowie die Versorgung von Solaranlagen mit weiterem Licht. Fachleute bezweifeln jedoch, dass Solaranlagen dadurch nennenswert mehr Energie erzeugen würden.

    Langfristig ist eine Flotte von bis zu 50.000 solcher Spiegel‑Satelliten vorgesehen. Forschende warnen vor erheblichen Risiken. Der geplante sonnensynchrone Orbit ist bereits stark ausgelastet, und die großen Reflektoren erhöhen die Kollisionsgefahr sowie die Menge an Weltraumschrott. Zusätzlich könnten die Satelliten durch atmosphärische Bremsung schneller an Höhe verlieren und beim Verglühen die Atmosphäre belasten.

    Astronominnen und Astronomen befürchten eine deutliche Zunahme der Lichtverschmutzung. Schon ein einzelner Spiegel könnte den Nachthimmel merklich aufhellen und Beobachtungen schwacher Objekte erschweren. Auch ökologische Folgen werden erwartet: Viele Tiere und Pflanzen sind auf natürliche Dunkelphasen angewiesen, und selbst geringe nächtliche Aufhellung kann biologische Rhythmen stören. Für Menschen besteht ebenfalls das Risiko von Schlafproblemen durch dauerhaft hellere Nächte.

    Das Unternehmen betont den Nutzen für Rettungseinsätze und die Bereitstellung von zusätzlichem Licht ohne fossile Energie. Konkrete Konzepte zum Schutz von Umwelt, Astronomie und Gesundheit liegen bisher nicht vor. Forschende fordern daher eine gründliche Prüfung, bevor ein großflächiger Einsatz erfolgt.

    Das sind ja tolle Aussichten für die Natur und uns Sternfreude. X(

    VG Thomas

  • Von wegen Rettungseinsätze . . . damit kann man keinen Profit machen und für Baustellen ist das viel zu dunkel.

    Was die Kollisionsgefahr und den Kessler Effekt angeht - wir sollten uns vielleicht doch mal so langsam auf einen Totalausfall orbitgestützter Kommunikation sowie Internet vorbereiten.
    Ausfall von GPS, Rückkehr von Karten, Kompass, Sextant . . . .

    Ich sollte mein Geld abheben und in Währung umwandeln die bei globalen Katastrophen vielleicht noch gültig ist.
    Gold, Silber . . . .

    Alles Gute und klaren Himmel wünscht

    Martin

    Grenzenloses Staunen . . . .

  • Hallo Sternfreunde,

    das klingt ja gruselig. Da wird man ja gespannt sein müssen, wer diese Dienste ankauft, und wofür. Das alleinige Angebot sagt m.E. wenig aus, zu viele abstruse Sachen sind auf dem Markt. Baustellen? Da bedarf es dann sehr vieler Spiegel, die auf den Ort ihr Licht vereinen. Wer soll das bezahlen?

    Das klingt überhaupt nicht gut.

    Viele Grüße

    Micha

    Ich bin Michael
    Mein Beobachtungsplatz ist der Balkon meiner Wohnung in der Hennigsdorfer Innenstadt.
    Der Balkon ist in der vierten (obersten) Etage eines Wohnhauses. Er liegt in fast perfekter Südlage mit sehr guter Horizontsicht.
    Meine besondere Leidenschaft gilt der Fotografie weit südlich stehender Objekte.

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