Posts by Micha314

    Hallo Martin,

    ja leider gibt's den nicht als eigenständiges Programm. Veränderliche Sterne finde ich auch sehr reizvoll. Habe vor etlichen Jahren auch die eine oder andere Lichtkurve von Mira-Sternen mit der Argelander-Methode bestimmt. Im Augenblick denke ich eher an T CrB. Die ist ja immer noch nicht hochgegangen. Und jetzt kommt auch wieder langsam die Sonnenlücke. Vom Balkon oder Garten is jetzt schon nichts mehr drin. Vom Acker aus sicher schon. Hoffentlich geht er nicht in der Sonnenlücke hoch.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    am Tage der Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 war in den Nachrichten zu hören, dies wäre die erste Sonnenfinsternis seit 1999, die für Mitteleuropa schön zu sehen ist. Nun, das habe ich doch ganz anders in Erinnerung, so dass ich mal sämtliche "ordentliche" SoFis herausgesucht habe, die in diesem Jahrhundert bis heute stattgefunden haben. Mit "ordentlich" meine ich eine maximale Größe von mehr als 0.7 für den Beobachtungsort Hennigsdorf b. Berlin. Hier die Ergebnisse:

    1. 31.05.2003 max. Größe 0.870
    2. 04.01.2011 max. Größe 0.808
    3. 20.03.2015 max. Größe 0.791
    4. 12.08.2026 max. Größe 0.874.

      Die Finsternis von 2003 war bei uns ideal zu beobachten, und für meine Freunde und mich ein sehr schönes Erlebnis. Bilder habe ich davon einige. Die Sonne ging schon teilweise verfinstert auf. Möchte ich auch nochmal ein Thema draus machen.

      Die 2011er Finsternis war wegen des Wetters in Deutschland kaum zu sehen. Aber der eine oder andere hat vielleicht doch Glück gehabt.

      Von der Finsternis am 20. März 2015 habe ich ein Video angefertigt, das ich hier mal einbinde. Quelle sind knapp 1000 Einzelbilder mit meiner guten alten EOS300D:

      SoFi-20-03-2015

      Das waren püberhaupt die letzten Bilder mit dieser Kamera. Die etwa 1000 Auslösungen des Verschlusses hat sie aber gut weggesteckt. Der Bedeckungsgrad ist übrigens anhand der Einzelbilder berechnet worden, also das Verhältnis der hellen Pixelzahl bei der verfinsterten Sonne zu denen zur unverfinsterten Sonne. Ziemliche Rechnerei!

      Viele Grüße

      Micha

    Hallo Frank,

    danke für die Animationen. Ist schon schade, dass ich die SoFi nicht selber sehen konnte. Es ist mir aber in Erinnerung gewesen, dass da noch ein Video von der Sonnenfinsternis am 20. März 2015 in den Tiefen der Festplatte schlummerte. Dieses habe ich hervorgeholt, und nachbearbeitet. Ich stelle das gleich auch noch vor.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Axel,

    danke für die schönen Bilder von der SoFi. Das letzte Bild mit den Protuberanzen und der Perlenschnur gefällt mir am besten. Ich habe jetzt die Roh-Daten von der Totalität bekommen, die meine Freunde aufgenommen haben (500er Tele), komme aber im Augenblick nicht zum Bearbeiten.

    Nein, nach Luxor fahren wir nächstes Jahr nicht. Allein schon die Hitze. Temperaturen normal um die 40 Grad Celsius, wenig Schatten (na ja: außer bei der Totalität). Ich kann mir auch vorstellen, dass man dort während der Finsternis kaum treten kann. Ist alles nichts für uns. Darum ist es Marokko im Mittelgebirge bei angenehmen Temperaturen.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    nach längerer Arbeit ist hier die vorläufig letzte Fassung des Asteroidenvideos fertig:

    2000_YV_137_v3

    Zusätzlich habe ich hier noch Geschwindigkeit, mit der der Asteroid über den Himmel zog mit angegeben. Sicherlich werde ich bei künftigen dichten Erdpassagen dieser Himmelskörper auf mein altes Sonnar 2.8/180 zurückgreifen.

    Bei der hier verwendeten Belichtungszeit von einer Minute je Frame erscheint der Asteroid bereits langgezogen. Bin irgendwie ein bisschen dankbar, dass die Qualität der Einzelframes nicht beonders gut ist (Schleierwolken, viele Satellitenspuren. In diesem Fall war es wichtig gewesen, einen vergrößerten Ausschnitt zu nehmen. Auf dem Gesamtbild fällt der Asteroid überhaupt nicht auf. Das Integer-Resample bei der Bearbeitung werde ich auch weglassen. Ja, das ist hier trotzdem erst einmal ein Versuch. Aber ich sehe es mir gerne an. Was haltet ihr davon? Ich freue mich über Rückmeldungen.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo alle zusammen,

    5-27 Seestars? - da habe ich ja Glück, dass ich nicht in solchen Foren unterwegs bin, wo solcher Unfug Mode wird oder bereits ist. Sonst würde mich das auch nerven. So ein auf Deibel komm raus "produzieren" ist doch im meinen Augen irgenwie ein Zeichen von gehetzt sein. Ich bin mir da auch ziemlich sicher, dass sehr viel davon abhängt, wie ich solche Dinge benutze. Nein, ich glaube, es kommt nicht auf "Produkte" an, es kommt auf das Erleben dabei an. Natürlich gehört das Ergebnis auch dazu.

    So möchte ich diese Seestars auch nicht verdammen, Hängt halt von mir selber ab, was ich für ein Verhältnis ich zu diesen Dingern entwickle. Vielleicht kann es mir auch dabei helfen, meine sehr starke Aversion gegen Smartphons (da ist es wieder!) zu überwinden. Mache ich mir aber jetzt noch keine Gedanken. Alles zu seiner Zeit.

    Die letzten paar Wochen war ich doch sehr mit der Videobearbeitung von Asteroidenframes beschäftigt. Ist was dabei rausgekommen. Mache ich ein neues Thema daraus.

    Ich wünsche euch vielen klaren Himmel und schöne Erlebnisse.

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    das Video der Erdpassage des Asteroiden 2000 YV137 ist jetzt in der ersten Version fertig. Leider weiß ich nicht, wie ich das Video hier einbinden kann. Thomas wollte mir hierzu ein paar Tipps geben. Irgendwann wird das dann sicher auch klappen. Es ist ja auch nicht eilig. Möchte die Zeit trotzdem für ein wenig Erläuterung der Bearbeitungsschritte nutzen.

    Ausgangspunkt sind die kalibrierten, registrierten Rohbilder. Sie liegen als 16bit-fits Dateien mit einer Auflösung von 4144px x 2822px vor. Es sind insgesamt 214 frames.

    Bearbeitung PixInsight: Reduktion 1/2 mit Integer-Resample (Batch) ---- NoiseXTerminator (50%, Iter.:1) (Batch) ---- Statistical Stretch aus dem SetiAstro-Script-Paket. Dieses Skript ist Batch-lauffähig. Es liefert für jedes Einzelbild eine individuelle optimierte Streckung. Als einziger Eingabeparameter habe ich die Hintergrundhelligkeit vorgegeben (0.25: absichtlich etwas hoch). Wegen der stark unterschiedlichen Hintergrundhelligkeiten ist eine individuelle Streckung absolut notwendig. Das PI-interne STF ist hier unbrauchbar, weil es, als Batch betrieben, nur einmal die Streckungsparameter anhand eines frames misst.---- Exportieren der Dateien im 8bit-bmp-Format.


    Bearbeitung Photoshop: Umformatieren der bmp-Dateien als RGB-bmp-Dateien (PS-Aktion als Batch) ---- Absenken der Hintergrundhelligkeit mit dem Gradationsregler (PS-Aktion als Batch) ---- Abspeichern als RGB-bmp-Dateien.

    Eigenes Programm: Ausschneiden eines 400px x 300px großen Ausschnitts mit jeweils +1px Versatz in x- und y-Richtung was im Video einem langsamen Schwenk von links oben nach rechts unten entspricht. Die Bewegung des Asteroiden ist nur bei ausreichendem Zoom gut zu erkennen. Allerdings ist der Gesamtweg des Asteroiden während der knapp vierstündigen Aufnahme zu lang, als das er in den Ausschnitt passt. Daher war ein Schwenk, etwa in Bewegungsrichtung des Asteroiden nötig. Die Schwenkgeschwindigkeit ist etwas geringer als die des Asteroiden, so er von Anfang bis Ende im Zoomausschnitt sichtbar ist.

    Eigenes Programm: Beschriftung der Einzelbilder im Video incl. der aktuellen Ephemeriden-Werte für: Zeit, Position (RA,DE), Helligkeit sowie topozentrische Distanz (Berlin) für jedes Frame. Die Ephemeriden-Daten stammen vom Horizon-System des JPL. Man kann sie dort framegenau berechnen lassen und als Textdatei herunterladen. Die in die Einzelbilder eingefügten Zahlenwerte sind für die Darstellung sinnvoll gerundet.

    Total Commander: Umbenennen der Bilddateien als fortlaufend nummerierte Dateinamen.

    VirtualDub: Erstellen des fertigen Videos.

    Im Augenblick ist also die erste Version des Videos fertig. Ich bin aber gerade dabei, mich um die Beseitgung der störenden Satellitenspuren zu kümmern. in den Rohframes sind weit über 100 Bilder von Satelliten betroffen. Zum Glück reduziert sich diese Zahl auf 43, wenn man nur den Ausschnitt nimmt. Und die Spuren müssen ja auch nur in diesem Ausschnitt beseitigt werden. Ich nehme hierzu zwei Bilder, eines mit Spur, eines ohne. In Photoshop lege ich beide Bilder übereinander, maskiere das Bild mit Spur so, dass nur in dem Bereich der Spur das "nichtbefallene" Bild sichtbar wird. Danach ist noch etwas Handarbeit nötig, wegen den Schleierwolken, die fast ständig durchs Bild ziehen und unterschiedliche Hintergrundhelligkeiten bringen. das alles ist recht mühsam, die bisherigen Ergebnisse überzeugen mich aber sehr. Und: Es gibt nur genau einen "Volltreffer", wo eine Satellitenspur genau den Asteroiden trifft. Das war etwas kniffliger, hat aber doch geklappt. Bin schon auf das Ergebnis gespannt.

    Und abschließend, weil wir ja gerade bei den Asteroiden waren: Ich habe die Berechnung für die Sichtbarkeit der nummerierten Asteroiden in Erdnähe für September fertig. Leider ist kein erdnaher Asteroid, der wenigstens 13. Größe erreicht dabei.

    Trotzdem fielen mir drei Objekte auf:

    1. Aten-Objekt (66146) 1998 TU3. Dieses Objekt durchlief in den letzten Tagen das Sternbild Hase (Lepus), seine Helligkeit 13. Größe. Der Bereich liegt aber noch innerhalb der Sonnenlücke, war also für uns unbeobachtbar. Die Bewegung ist stark südwärts gerichtet. Größte Erdannäherung am 27.August 2026, etwa 13.5Mio.km bei -43° Deklination. In der ersten Septemberwoche ist er fast konstant 11.5mag hell und bewegt sich am Südhimmel.
    2. Apollo-Objekt (221455) 2006 BC10. Auch dieses Objekt steht Ende August-Anfang September am Südhimmel. Seine größte Erdannäherung ist bereits am 28. August mit ca. 3.6Mio.km. er steht dann im Sternbild Winkelmaß (Norma). Die Helligkeit erreicht 13.8mag. Und dann schließlich (man kann sich ja schon mal ins Boxhorn jagen lassen):
    3. (3200) Phaeton, auch ein Apollo-Objekt. Er erreicht in den kommenden Wochen 12.0mag, das ist schon recht stattlich. Seine große Helligkeit verdankt er aber nicht der Nähe zur Erde, sondern seiner Nähe zur Sonne. Sie ist in diesen Tagen weniger als 0.2aE. Für die scheinbare Helligkeit besteht ja ein quadratisches Abstandsgesetz, sowohl für die Entfernung des Asteroiden zur Erde, als auch für die Entfernung zur Sonne. Mit einer Elongation von weniger als 5° zur Sonne ist er für die Beobachtung unerreichbar.

      Bin gespannt, ob für Ende September/Anfang Oktober mal wieder ein erdnahes Objekt beobachtbar wird.

      Viele Grüße

      Micha


      Update vom 06.09.2026

      Endlich geschafft. Ich kann die Videos hier einbinden und freue mich, die vorläufigen Ergebnisse hier zu zeigen.

      2000_yv137-version2

      Das ist die Version, die mir am besten gefällt. Hat einen Haufen Arbeit gemacht, und zweimal habe ich mich bei der Bearbeitung ganz schön verrannt. Aber, sollte wieder mal so ein Asteroid vorbeischauen, dann kenne ich jetzt den Workflow.

      Mal von dem ganzen Drumherum mit youtube abgesehen: Wie gefällt es euch? Habt ihr Vorschläge? Interessant ist auf alle Fälle, dass der Asteroid nicht punktförmig erscheint: Bei einer Minute Belichtungszeit ist er durch die schnelle Bewegung schon langgestreckt. Gegen Ende verblasst er dann. Das liegt an der Morgendämmerung. Beim letzten Frame stand die Sonne weniger als 9° unter dem Horizont.

      Das zweite Video zeigt das gesamte Gesichtsfeld des verwendeten ASKAR FMA135 und die Aufnahmebedingungen während der Nacht (Schleierwolken und Satelliten):

      2000_YV137_gesamtes Gesichtsfeld

      Ich denke darüber nach, das alte 2.8/180 Sonnar zu reaktivieren. Vielleicht gehen 30s-Belichtungen damit.

      Erst einmal vielen klaren Himmel wünscht euch

      Micha


    Hallo Frank,

    leider komme ich jetzt erst dazu, zu antworten. Danke für die Antwort auf meine Fragen. Es ist ja zum Glück noch recht lange bis zur SoFi nächstes Jahr. Wird mir nicht leicht fallen, zu entscheiden, ob ich mir so ein S50 anschaffe. Ist ja auch eine schöne Stange Geld. Das kleine Ding überzeugt mich schon, und letztendlich würde ich auch versuchen, seine Grenzen auszutesten. Schauen wir mal.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Frank,

    das ist ein richtig schönes Bild von M33 geworden. 14 Stunden Belichtungszeit sind ja auch enorm. Natürlich habe ich ein paar Fragen zum Bild:

    Wie ist die Belichtungszeit je Einzelframe eingestellt? Machst du Live-Stacking oder Stacking in Pixinsight? Das zielt auf die Himmelsqualität. Auf meinem Südbalkon gen Berlin habe ich Bortle 8...9, je nach Höhe. Also kürzere Einzelbelichtung, dafür mehr Frames. Hilft dann auch nur gnadenlos die Integrationszeit zu erhöhen. Irgendwann bekommt man da sicher Probleme mit dem verfügbaren Speicher.

    Für die Bearbeitung nimmst du ja PI. Wie steht's mit 2xDrizzle? Wenn ich das richtig gelesen habe, hat das Seestar ja Dithering.

    Ich habe dein Bild mal mit meiner M33-Bearbeitung verglichen (350mm/f5-APO). Ergebnis: Das Seestar bringt schwächere Sterne, dafür hat meins mehr Details in den Schmalband-Kanälen. Ich muss dazu aber anmerken, dass ich bei meinem M33-Bild noch ziemlich am Anfang meiner PixInsight-Bildbearbeitung stand. Ich kann daher nicht sagen, ob aus diesem Bild noch mehr herauszuholen wäre. Neubearbeitung würde das aufklären, aber die Zeit...

    Zu guter letzt noch eine Frage zum EQ-Modus: Wie erfolgt die Justage der kleinen Polwiege?

    In einem halben Jahr soll ja das S50pro auf den Markt kommen. Und da ich noch gar nicht richtig weiß, was für Sachen ich zur SoFi nächstes Jahr am 2. August mitnehmen will: Warum nicht dieses? Ist schließlich auch eine Frage von Platz und Gewicht. Und verwenden könnte ich das ja dann auch parallel zu meinen "normalen" Aufnahmen... Deine Bilder überzeugen mich auf jeden Fall.

    (Anmerkung: Habe gerade gelesen, dass die S50pro-Version 250GB internen Speicher haben soll. Mal schauen.)

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Balkonauten,

    vielen Dank für die schönen Bilder von der Sonnenfinsternis. Nun, ich selbst habe die Sonne während der Verfinsterung nicht sehen können. Wir hatten in Leipzig zwar im Panorama-Tower einen Tisch bestellt. Nur leider gingen die Fenster nicht in die richtige Richtung. Hätte ich mir eigentlich auch vorher denken können. Ich kenne den dreieckigen Gebäudeumriss des ehemaligen Uni-Hochhauses noch von meiner Studienzeit recht gut. Die haben da zwar noch eine Panoramaplattform ganz oben, doch die war dann wegen Überfüllung geschlossen. Britta und ich sind dann zur Zeit der größten Phase runtergefahren und durch die Leipziger Innenstadt gelaufen. Hier war dann auch diese für einen hohen Bedeckungsgrad ganz typische Stimmung da. Kann man kaum beschreiben, nun, wie durch ein N1-Filter gesehen (neutral 1/10, kommt dem ziemlich nah). Nur, dass das finale Hineingleiten in die Totalität fehlte. Ich werde diesen schönen Eindruck aber auch nicht vergessen.

    Später kamen dann die ersten (Smartphone-)Bilder rein, die meine Freunde von Spanien aus aufnehmen konnten. Eines davon zeige ich euch hier:

    Totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 über Nordspanien

    Ort: nahe Moros / Prov. Guadalajara. Foto: Dagmar Steinke.

    Diese Finsternis war ja auch wegen ihres tiefen Sonnenstandes während der Totalität einzigartig. So gelingen dann Landschaftsaufnahmen, die die Stimmung während der Totalität richtig gut wiedergeben. Und dieses Bild hier ist für mich in dieser Hinsicht perfekt.

    Übrigens waren die zwei während der Finstenis völlig alleine auf dem Hügel, den sie sich zwei Tage vorher ausgesucht hatten. Von wegen, alles überlaufen! So konnten sie alles in Ruhe aufbauen, die Picknickdecke ausbreiten, Tee kochen und abwarten. Und die paar Wolken auf dem Bild waren allesamt sehr mitfühlend. Auf die Bilder mit größerer Brennweite bin ich gespannt, aber hier hat es wohl Schwierigkeiten gegeben... Zur übernächsten zentralen Sonnenfinsternis sind wir dann wieder gemeinsam unterwegs nach Marokko.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    nun habe ich mir doch noch die Nacht ans Bein gebunden, um diesen Asteroiden aufzunehmen. Er befand sich im Sternbild Cetus, nahe bei der Grenze zu den Fischen und etwa 3° südlich von Saturn. Daher war die Aufsuchung sehr einfach. Jedoch konnte ich die Aufnahmen erst kurz vor Mitternacht starten. Erst dann kam er über das Nachbargebäude hinaus.

    Entgegen meiner Annahme waren wieder viele Satellitenspuren auf den Bildern. Das ließ sich dieses Mal nicht so gut extrahieren, zumal die Asteroidenspur im Vergleich zum letzten Asteroiden 1997NC1 doch wesentlich schwächer war. Einige der Satelliten kreuzten die Asteroidenspur unter sehr flachem Winkel. Da lässt sich dann kaum noch etwas machen. Bei den herkömmlichen Methoden wird bei der Beseitigung einer Satellitenspur der Bereich der Spur einfach schwarz gesetzt. Das entfernt dann natürlich den Asteroiden gleich mit.

    Also bitte die Spur nicht ganz so aus der Nähe betrachten. Ich habe versucht, das Beste herauszuholen.

    Asteroid (173561) 2000 YV137 in der Nacht vom 08./09. 08. 2026

    Die Asteroidenspur ist 2.18° lang. Das entspricht im Bild einer Länge von 1117px. Bei 214 Frames kommt man daher auf eine Verschiebung von etwa 5,2px beim Asteroiden je Frame. Daher ist die Belichtungszeit für den Asteroiden wirklich nur eine Minute. Bei der Öffnung des ASKARs von 30mm fast schon erstaunlich, dass da überhaupt was drauf ist. Keine Frage, hier ist einfach mehr Öffnung nötig. Ich denke aber, dass die Anschaffung eines guten 2.8/135 nur für diesen Zweck einfach nicht in Frage kommt. Die 135mm Brennweite für diesen Zweck ist aber genau richtig.

    Übrigens liegt die Grenzgröße im Roten bei den Sternen bei etwa 18mag. Links oben im Bild ist die Zwerggalaxie IC1613 zu sehen. Sie ist Mitglied der lokalen Gruppe, ca. 2.4Mio. Lj. entfernt. Ich hatte von dieser Galaxie vorher noch nie gehört. Sie ist irregulär mit Ansätzen eines zentralen Balkens, nicht unähnlich der Großen Magellanschen Wolke. Mit ein wenig guten Willen lässt sich der Balken auf dem Bild erahnen. Er verläuft von links unten nach rechts oben. IC1613 ist ca. 16' x 14' groß und etwa 10mag hell.

    Auch andere Galaxien sind auf dem Bild auszumachen, wie NGC307 (Spindel) oder UGC579 (als nebliges Fleckchen).

    2000 YV137 hatte in der Nacht eine Helligkeit von ca. 13.1mag. Er befand sich unweit der größten Erdnähe, die er am frühen Morgen des 09.08. erreichte. Seine Entfernung war etwas mehr als 5 Mio. km. Seine Bewegung war etwa 39'/h.

    Übrigens hatte ich auf den Bildern ursprünglich den Saturn mit drauf. Leider erzeugt der verwendete ProPlanet bei sehr hellen Objekten intensive Beugungserscheinungen, in 45° Abstand, also 8 Keulen mit Maxima und Minima. Sieht interessant aus, stört aber im Bild doch sehr. Ich hatte mich mal deswegen mit der Fa. astronomik in Verbindung gesetzt. Sie sagten mir, dass die ProPlanet Serie ein relativ einfaches Filterdesign hat (was sich im günstigen Preis widerspiegelt), aber mit diesen Effekten um sehr helle Objekte dann doch zu rechnen ist. Es sind aber tatsächlich nur sehr helle Objekte.

    Aus den registrierten Rohbildern möchte ich auf alle Fälle mal ein Video erstellen. Und zwar im Zoom mit variablem Zentrum. Sollte mit Virtual Dub möglich sein. Da muss ich mal schauen wie das geht.

    Ich wünsch euch sonnige Tage und klare Nächte

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    auf den letzten Asteroiden 1997 NC1, der gut in Erdnähe zu beobachten war, bin ich erst hier im Forum aufmerksam geworden. Daraufhin habe ich mit einem Projekt begonnen, das schon seit Jahren bei mir im Kopf herumgeht: Die frühe Erkennung günstiger Passagen erdnaher Asteroiden. Das Projekt hat keine oberste Priorität, ist aber rein rechnerisch soweit fertig, als das für die vier Asteroidenklassen Atira, Aten, Apollo und Amor Dateien herauskommen, die für den Monatsbeginn die Ephemeriden nach Erdabstnad oder nach Helligkeit sortiert ausgeben.

    Hier etwas Statistik: Derzeit (1.8.26) gibt es 895910 nummerierte Asteroiden, das sind jene Objekte, deren Bahn hochexakt bekannt ist. Die Asteroiden der oben genannten Klassen können der Erde nahe kommen:

    Atira-Objekte: Asteroiden, deren Bahn völlig innerhalb der Erdbahn liegen. Derzeit sind 13 nummerierte Objekte bekannt. Sie sind alle nicht einfach zu beobachten. Denn wenn sie der Erde nahe kommen, blickt man meist nur auf die unbeleuchtete Hälfte.

    Aten-Objekte: klassische Erdbahnkreuzer. Objekte, deren große Halbachsen <1aE sind. Derzeit 289 nummerierte Objekte bekannt.

    Apollo-Objekte: klassische Erdbahkreuzer. Objekte deren Perihelentfernung <1aE ist, deren große Halbachsen jedoch >1aE. Derzeit sind 1910 nummerierte Objekte bekannt.

    Amor-Objekte: kreuzen die Erdbahn in aller Regel nicht. Die Perihelentfernung liegt zwischen 1aE und 1.3aE. Derzeit sind 1662 nummerierte Objekte bekannt.

    Zuerst extrahiere ich aus der Elementendatei MPC.ORB die Elemente für die genannten Klassen, importiere die vier Dateien nach HPET5, wo dann auch die Berechnung der Ephemeride gemacht wird. Die Ergebnisse werden als csv-Dateien exportiert. Leider ergaben sich bei der Anzeige der Dateien Formatierungsfehler im Tabellenkalkulationsprogramm. Daher habe ich die csv-Dateien als Textdateien umformatiert. Diese Textdateien können nach Erdabstand bzw. Helligkeit geordnet werden. Hier die ersten Einträge aus der Liste der Apollo-Objekte für den 01.08.2026, sortiert nach Erdabstand:

    Nummerierte Apollo-Objekte für den 01.08.2026 nach Erdabstand sortiert, nur die ersten der 1910 Objekte angezeigt

    Die Formatierung der Datei ist längst noch nicht fertig. Es fehlt der Tabellenkopf. Die angezeigten Ephemeriden sind:

    Nummer/Name | scheinbare Helligkeit | Elongation | J2000-Position | Erdabstand | Sternbild | Sonnenabstand Asteroid | scheinbare topozentrische Position (Berlin) | Zeitpunkt der Ephemeride.

    Störend finde ich die Darstellunsgenauigkeit der Positionen. Derart genau sind die Berechnungen nicht. Außerdem hätte ich noch ganz gerne die stündliche Bewegung mit drin. Das ist alles in Arbeit, kann aber dauern, weil wie gesagt, es hat bei mir keine hohe Priorität.

    Für die Berechnug der Sichtbarkeitsbedingungen nutze ich das JPL-online-Tool "Horizon". Erst hier stellt sich heraus, ob der Erdvorübergang des Asteroiden gut zu beobachten sein wird.

    Meine Ephemeridendatei für Apollo-Objekte nennt mir für den 1. August an Position 1 den Asteroiden 2000 YV137. Die JPL-Berechnung ist unten gezeigt:

    Genaue Berechnung der Ephemeride für 2000 YV137 mit dem online-tool "Horizon" des JPL

    Danach ist die Erdpassage in der Nacht vom 08./09. August 2026 gut zu sehen. Minimaler Erdabstand etwa 5Mio. km, das ist etwa der 13fache Mondabstand. Die scheinbare Helligkeit erreicht 13. Größe. Das ist auf alle Fälle hell genug für fotografische Darstellung selbst unter weniger guten Beobachtungsverhältnissen. 2000 YV137 ist Apollo-Objekt mit einem Durchmesser von etwa 750 Metern.

    Nun habe ich nicht die Erfahrung, ob solche Erdbegegnungen etwas sehr Seltenes ist, oder öfter im Jahr vorkommen. Genügend Kandidaten sind ja vorhanden. Jedoch waren die Beobachtungsbedingungen für andere Objekte in der Liste oben nicht so gut.

    Ich weiß noch nicht, ob ich mir ab Übermorgen eine Nacht ans Bein binde, um den Asteroiden aufzunehmen. Diesmal sollten kaum Satellitenspuren zu sehen sein. Es wäre dann reizvoll, aus den Aufnahmen ein Video zu erstellen. Schauen wir mal.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Balkonauten,

    ich muss gestehen, dass ich die große partielle Verfinsterung der Sonne bis vor ein paar Tagen überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Britta und ich sind vom 11. bis zum 13.8. in Leipzig. Mehr so als Versuch habe ich für den 12. 8. auf dem Leipziger Panorama-Tower einen Tisch ab 19h15 MESZ bestellt. Ich hatte mir da wenig Hoffnung gemacht, doch siehe da, die Bestellung wurde bestätigt. Und das sollte dann auch ein hervorragender Beobachtungsplatz sein. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Muss noch schauen, was ich an Optik mitnehme.

    Freunde von mir sind jetzt seit einigen Tagen auf der Fahrt nach Nordspanien in die Totalitätszone. Sie wollen drei Tage vorher dort sein, um entspannt nach einer geeigneten Beobachtungsstelle zu suchen. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es klappt.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    das zweite Bild, das ich in diesem Sommer von meinem Balkon aus aufnehmen konnte, zeigt den Omeganebel (Messier 17) und den Adlernebel (Messier 16).



    Die Aufnahme entstand in den vier Nächten vom 11. Juli bis zum 14. Juli 2026. Aufnahmeset war wieder das ASKAR FMA135-ED-APO an der ASI294mmPro. Die Belichtung der einzelnen Kanäle war:

    R: 48 x 1'; G: 57 x 1'; B: 69 x 1'; CLS-CCD: 25 x 1'; ProPlanet642BP: 49 x 3'; Ha: 20 x 1'; Ha: 15 x 3'; Kamera-Gain: 120, bei Ha: 390

    Die Gesamtaufnahmezeit betrug 411' (6h51'). Davon sind 335' (5h35') in dem Bild verarbeitet. Das sind immerhin 81,5%. Die äußeren Bedingungen waren im Vergleich zum ersten Bild deutlich entspannter. Zwar war die Zeit der Mitternachtsdämmerung noch nicht vorbei (tiefster Sonnenstand ca. -16 Grad), doch war der Mond hier nicht störend und Wolkenschleier wesentlich seltener. Bearbeitet ist das Bild in Pixinsight und Photoshop (final). Es ist mit 2fach-Drizzle bearbeitet. Die Bildabmessungen sind 10421px x 15691px. Erst bei diesen Auflösungen bekommt man die Sterne ohne Undersampling hin. Norden ist im Bild oben.

    Links der Mitte ist M17, der Omega-Nebel zu sehen. Wegen der hohen Flächenhelligkeit des Nebelzentrums waren Ha-Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtungszeit nötig. Weiter oben ist der bekannte Adlernebel (M16 - LBN70) mit dem zentralen offenen Sternhaufen IC4703 zu sehen. Direkt am oberen Bildrand schließlich der viel weniger bekannte Nebelkomplex LBN71/72 mit dem zentralen offenen Haufen NGC6604.

    Im Bild kann man eine Vielzahl schwächerer Nebelkomplexe erkennen: Genau zwischen M16 und M17 liegt der große schwache Komplex GN18.18.0. Rechts vom Omega-Nebel ist der große auffällige Komplex IC4701 zu finden. Der sehr unauffällige offene Haufen NGC6596 ist nicht Bestandteil dieses Komplexes, sondern ein Vordergrundhaufen. Von den kleineren Nebeln im Bild sieht man rechts vom Adlernebel auf halben Weg zum rechten Bildrand den ganz unscheinbaren Nebel LBN61. Etwas auffälliger sind die kleinen Nebel LBN64 und LBN66 links unterhalb des Adlernebels.

    Von den offenen Sternhaufen ist der vielleicht Schönste das Objekt NGC6603, das in die Kleine Sagittariuswolke eingebettet ist. Die Entfernung beträgt 11700Lj. Direkt auf der Verbindungslinie zwischen M17 und der Kleinen Sagittariuswolke finden wir den Haufen Messier18, und schließlich oberhalb des Adlernebels und etwas nach rechts eine sehr auffällige Ansammlung schwacher Sterne. Es ist der offene Haufen Trumpler32.

    Der gesamte untere Bildteil wird von der Kleinen Sagittariuswolke beherscht. Wir blicken hier durch ein Fenster mit keiner (oder jedenfalls geringer) Absorption durch interstellaren Staub auf den Sagittariusarm der Milchstraße. Die Entfernung der Sternwolke wird mit 10000 Lj. bis 12000 Lj. angegeben. Untersucht man die Entfernungen der hier aufgeführten Objekte, dann liegen diese im Bereich 5000 Lj. ... 12500 Lj. , wobei M17 das der Sonne nächste Objekt ist (5000Lj. - 6000 Lj.), und IC4701 und LBN64 die am weitensten entfernten sind (11000 Lj. bzw. 12500 Lj.). Aber alle diese Objekte sind im Sagittariusarm der Milchstraße verortet. Man gewinnt hierdurch auch einen groben Eindruck der räumlichen Struktur dieses Spiralarm in der Blickrichtung.

    Für die Kleine Sagittariuswolke füge ich hier einen Auszug in Originalauflösung ein. Hier bin ich mit dem Sampling ganz zufrieden.


    Der offene Haufen NGC6603 kommt schön zur Geltung. Sehr prominent sind die beiden Dunkelwolken Barnard 92 und 93. Die linke Wolke (B93) brachte meine Schwägerin zu dem unvergesslichen Ausruf: "Guck mal, da läuft doch ein Männlein auf und davon!".

    Ich finde, die Nächte auf dem Balkon haben sich sehr gelohnt. Bei diesen Bildern, bei diesem Blick in die Tiefe unserer Milchstraße kann ich einfach nur immer wieder staunen. Ich wünsche, dass es euch auch so ergeht.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Martin,

    schön, dass du wieder aus dem Urlaub zurück bist. Ich hoffe, du konntest dich dort oben gut erholen. Nein, mit einem Smartscope möchte ich bei meinen Sichtbedingungen gar nicht erst anfangen. Ich weiß die Arbeit mit meiner Mono-Kamera hier sehr zu schätzen. Bei den Aufnahmen ist man hier doch sehr variabel, um für die Bedingungen optimale Ergebnisse zu erzielen. Und dann, die verwendete ASKAR FMA-OPtik ist ja auch ein richtiger kleiner ED-APO. Das ist ja auch nicht zu verachten.

    So, jetzt habe ich gedacht, ich mache mich mal an dem zweiten Bild zu schaffen. Aber leider habe ich die Kalibrierungsbilder in Hennigsdorf vergessen. Aber das läuft ja nicht davon.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    in den vergangenen Wochen hatten wir nachts ja ganz passables Wetter für die Astrofotografie. Zwischen dem 19. Juni und dem 13. Juli konnte ich zwei Bilder aufnehmen. Beide mit dem ASKAR FMA135. Dieses kleine Röhrchen mit gerade mal 30mm Öffnung (1:4.5) macht ganz erstaunliche Aufnahmen. Mit einem Gesichtsfeld von 8.2° x 5.4° an der ASI294 werden dann schon größere Himmelsausschnitte wiedergegeben. Hier das erste Bild':



    Die Einzelaufnahmen entstanden in der Zeit vom 19.06.26 bis zum 25.06.26. Standort war mein Hennigsdorfer Balkon, wie immer mit Blick nach Süden auf die Berliner Lichterglocke. Die Gesamtbelichtungszeit war 506'. Jedoch habe ich beim Qualitätscheck ca. 56% der Aufnahmen aussortiert. Übrig blieben 222' Belichtung.

    Die Einschränkungen waren 1) Dämmerung, 2) Schleierwolken und 3) zunehmende Störung durch den Mond.

    Die verwendeten Frames sind: B: 31 x 2'; G: 32 x 2'; ProPlanet642BP: 32 x 3'. Es sind keine Schmalbandaufnahmen eingeflossen (Ha-Frames mit 30" Belichtung sind da). Die Aufnahmen im Roten habe ich durch diejenigen mit dem ProPlanet 642BP ersetzt. Der 642BP ist ein Bandpassfilter, der zwischen 642nm und 842nm öffnet. Er liefert wirklich gute Kontraste in den Dunkelwolken.

    Das Ganze ist in PI bearbeitet. Natürlich SPCC, MGC, BXT, NXT, SXT - Sterne und Hintergrund getrennt bearbeitet.

    Wenn man bereit ist, mehr als die Hälfte der aufgenommenen Frames wegzuschmeißen, bekommt man ganz ansprechende Ergebnisse. Ganz prominent im Bild ist natürlich der Lagunennebel Messier 8, der ebenso bekannte, wenn auch viel kleinere Messier 20 (Trifidnebel) darüber. Direkt im Bildzentrum steht der offene Haufen Messier 21.

    Besondere Beachtung verdienen die beiden Kugelsternhaufen NGC6544 und NGC6553, beide links unterhalb von M8. NGC6544 (der M8 näherstehende) ist der drittnächste Kugelhaufen überhaupt (nach M4 und NGC6397).

    Die Dunklewolkenstruktur ist gut wiedergegeben. Viele dieser Strukturen sind als einzelne Dunkelnebel katalogisiert (LDN - Lynds Katalog der Dunkelnebel). Doch finden sich im Netz kaum Bilder dieser Objekte. Z.B. die beiden Objekte LDN254 und LDN260. Beide Objekte zu finden, wenn man vom Trifidnebel nach links bis fast zum Bildrand geht.

    Interessant ist auch, die Häufung blauer Sterne in den Bereichen, die nur wenig oder überhaupt nicht durch den interstellaren Staub getrübt sind.
    In der linken oberen Bildecke z.B. die westlichen Ausläufer der Kleinen Sagittariuswolke,eines der wenigen "Staubfenster" in der Sommermilchstraße. Im Bereich der rötlichen Staubwolken hingegen sind blaue Sterne i.d.R. Vordergrundobjekte. Die Staubwolken absorbieren mehr kurzwelliges Licht, das führt zu einer Rötung des Sternenlichtes.

    Zum guten Schluss: In der rechten oberen Bildecke ist der offene Haufen Messier23 zu finden. Ein schöner Sternhaufen als Vordergrundobjekt.

    So, mit dem Bild bin ich sehr zufrieden. Ist doch in dem Himmelsbereich von meinem Balkon aus absolut nichts mit bloßem Auge zu sehen. Das ist dann sowieso immer faszinierend, was bei der Aufnahme so alles sichtbar wird.

    Ich wünsche euch viele schöne klare Nächte

    Micha

    Hallo Thomas,

    jetzt ist mir deine Antwort fast abhanden gekommen. Ja, die Satelliten können schon sehr stören. Ich war in den vergangenen Nächten jetzt immer auf meinem Balkon. Aufnahmen in der Milchstraße stehen mal wieder an. Zur Zeit lege ich den Beginn der Aufnahmen gegen 23h15MESZ, das ist kurz vor Ende der nautischen Dämmerung, und zwar beginne ich mit Aufnahmen möglichst großer Wellenlänge, also Rot. Die Milchstraße ist jetzt noch vor dem Meridian. Grün und Blau mache ich nach dem Meridiandurchgang. Diese Wellenlängen sind sehr empfindlich gegen terrestrische Himmelsaufhellung. Nach dem Meridiandurchgang schaue ich westlich an Berlin vorbei, und der Himmel wird dunkler, je weiter weg Richtung Westen. Ist aber immer auch ein Abwägen wegen der abnehmenden Höhe. Im Meridian dann Schmalband, Luminanz o.ä. Hat auch zur Folge, dass ich immer auch mehrere Bilder parallel aufnehme.

    Interessanterweise legt sich die "Satellitenbelastung" kurz nach 23h MESZ fast schlagartig. Dann dürften sich die Satelliten im Erdschatten sein, und man sieht sie nicht mehr. Dass die ziemlich plötzlich unsichtbar werden, spricht für eine gemeinsame Höhe des Orbits der Satelliten. Später in der Nacht sind Satellitenspuren sehr selten.

    Viele Grüße

    Micha