Posts by Micha314

    Hallo Martin,

    nö, IT-Mensch bin ich auch nicht. Es geht doch aber alles mit rechten Dingen vor sich.

    Die ASI678mono kommt in voller Auflösung (3820 x 2160) bei 10bit Tiefe auf 47,5fps.

    Das sind (3820 x 2160 x 10 x 47,5 ) bit/s , oder 3,92Gbit/s reine raw-Daten der Kamera. ein bisschen mehr wird es schon noch sein, weil, nicht alles sind Bilddaten. Aber ungefär haut das hin. USB3 ist mit maximal 5Gbit/s Datenstrom angegeben, d.h. die USB3-Schnittstelle macht das mit. Und auch die SATA-SSD wird damit klar kommen.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Micha,

    es war mein Fehler. Ich habe den Datenfluss der ASI678m falsch interpretiert. Bei voller Auflösung liefert die ja 10bit Breite. Mein Fehler war, dass ich angenommen habe, die 10bit-Daten würden in einen 16bit-Container (fits...) gesteckt. Dem ist ja zum Glück nicht so. Die Kamera bleibt bei maximalem Datenfluss knapp unter 4 Gbit/s, und das reizt USB3 dann auch ganz gut aus.

    Nun bin ich diese Woche doch in Hennigsdorf gewesen, habe Test-Aufnahmen gemacht. Viel besser sind die nicht geworden. Sicher verändert sich was am Bild, wenn ich am Etalon drehe. Aber z.B. Protuberanzen kommen, egal welche Etalon-Stellung, erst dann zum Vorschein, wenn die Sonnenfläche total überbelichtet ist. Das ist doch sicherlich nicht o.k.? Gamma habe ich draußen.

    mir bleibt jetzt nichts anderes übrig, als auf den Laptop zu warten. In 14 Tagen bekomme ich die Sonne von meinem Balkon aus auch nicht mehr rein, sie steht dann zu hoch. Aber ein/zwei Einzelbilder lade ich dann doch demnächst hoch.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Martin

    danke für die Zeilen und das Bild, habe ich gerade erst gesehen. So eine Kiste hatte ich auf dem Balkon auch benutzt. Ja, die Wärmeisolation. Bei mir liegen noch zwei Isomatten herum. Mal sehen was man damit anfangen kann.

    Die Erhitzung der SSD bei konstant hohen Datenraten kann kritisch sein. Dann wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Gerade in der warmen Jahreszeit muss man so was, denke ich, im Auge behalten.

    Na, ich bin jetzt schon gespannt. allerdings kann das noch ein Weilchen dauern, bis der Laptop da ist.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Micha,

    danke für die Antwort. Ja, beim Drehen am Etalon sehe ich nur sehr geringe Unterschiede, egal was ich in Firecapture auch einstelle, dass man denkt, da muss noch was anderes auf den Sensor fallen. Andererseits war der Neupreis so günstig (vom Markenhändler), dass ich selbst incl. des UV/IR-Cut immer noch gut liege. Leider komme ich die nächsten Tage nicht nach Hennigsdorf, wo das Gerät steht.

    Natürlich ist USB3 oder höher eine Grundvoraussetzung. Und mit herkömmlichen SATA-SSD brauch man gar nicht erst anzufangen. Eine NVMe-SSD am PCIe-Bus ist unabdingbar. Die lässt sich im Lifebook E558 ohne Problem nachrüsten. In Benchmarks wird eine Scheibgeschwindigkeit von 1500 MB/s angegeben, ich weiß aber nicht, wie die das bestimmt haben. Letztlich muss man ja den Datentransfer von der Kamera bis zur SSD betrachten, ich habe aber ein gutes Gefühl. Wichtig ist noch eine Kühlung der SSD, am Einfachsten mit Wärmeleitpad zwischen SSD und Metallrahmen des Laptops zu realisieren (Der Abstand ist ca. 1mm).

    Mit ROI werde ich nicht arbeiten können. Die ASI678m liefert an der Optik ein formatfüllendes Bild der Sonne. Da ist kaum was zu verschenken.

    Bis zu was für einer Aufnahmezeit kann man denn bei der Sonne gehen, ohne das Bewegungsunschärfe (bei der Granulation bzw. den Protuberanzen auftritt)? Bei 4000 Frames bei 47,5fps komme ich auf 84s. Geht das?

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    ich habe mir nun etwas Zeit gelassen, eure Bilder von der Sonne zu bestaunen. Das sind wieder ganz tolle Aufnahmen. Frank, das Video gefällt mir richtig gut. Und Dank ans Wetter in der ersten Märzhälfte.

    Vor doch schon einiger Zeit konnte ich den Acuter zusammen mit der ASI678mono testen. Im Ergebnis neige ich zu der Annahme, dass das Gerät zu der ersten Auslieferungsversion gehört. Hier muss noch ein UV/IR-cut auf KG3-Glas ran. Den habe ich inzwischen da (den Optolong).

    Weiter komme ich an meinem alten Astro-Laptop nur bis zu einer Framrate von 6fr/sek. Binning2 wäre denke ich keine gute Option, oder? Mein Budget für dieses Jahr ist so ziemlich erschöpft. Mein Bruder kann mir aber einen Fujitsu Lifebook E558 zusammenstellen. Dieser ist von 2018/19, unterstützt aber schon den schnellen M.2 PCIe 3 x4 Standard. Die entsprechende SSD für 1TB war im Augenblick relativ günstig zu bekommen. Damit müsste die Geschwindigkeit dann passen.

    Im Herbst letzten Jahres hatte ich drei Platten für die Stativ-Füße im Garten verlegt. Das Stativ steht nun viel stabiler, ich muss aber noch Bohrungen für die Aufnahme der Stativ-Füße anfertigen, weil: jetzt rutschen sie.

    Dann ist wohl ein Sonnenschutz für den Laptop erforderlich, ich würde wohl einen nehmen, der äußerlich gut reflektiert. Was nehmt ihr da? Ich habe hier kein Terassendach, sondern sitze in der Sonne.

    Gut: Probieren geht über Studieren. Vielleicht klappt es ja in diesem Monat schon mit ersten Schritten in dieser Richtung.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen, besonders für die Wünsche zur Genesung. Ja, bei mir ging zeitweise überhaupt nicht viel zusammen, weil Körper und Seele nicht so wollten (das ist ja auch aneinandergekoppelt). Mit Beobachtungen ist immer noch nicht viel los, immerhin freue ich mich schon auf die Zeit ab Mai, dann möchte ich schon mal etwas Sonne sehen, und dann im Sommer vom Balkon aus nach der Sommermilchstraße schauen. Im Augenblick ist mehr Arbeit am Laptop. Wie gesagt, da liegt noch Einiges an Rohbildern in Remote herum. Kürzlich kamen endlich auch die Aufnahmen des Vela-SNR herein. Kann aber sein, dass ich da noch Ergänzungsaufnahmen machen muss. Die sind mit einer Farbkamera gemacht, in der Bearbeitung mit PI fehlt mir dabei noch etwas die Erfahrung. Das wird aber.

    Wegen der Sonnenbeobachtung mit dem Acuter schreibe ich noch was im Sonnenthread. Ich habe da noch ein zwei Fragen.

    Ich wünsche euch viele schöne klare Nächte, bzw. eine schöne aktive Sonne bei gutem Seeing.

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    nun habe ich schon eine ganze Weile nicht von mir hören lassen. Mir ging es gesundheitlich nicht gut. Die schönen Beobachtungsbedingungen im März konnte ich leider nicht nutzen. Auch die Arbeit mit dem neuen Sonnenteleskop liegt erst einmal auf Eis. Allerdings konnte ich hier einige Vorbereitungen anschieben, und hoffe, dass es so in einigen Wochen dann mit Beobachtungen klappen wird. Sehr fleißig war ich hingegen bei der Bildbearbeitung. Hier lagen noch einige Rohdaten auf Halde, die ich per Remote von Hakos/Namibia aus aufgenommen hatte. Der NGC6188-Komplex ist eines davon.

    Die Aufnahmen sind aus der Nacht vom 17. zum 18. Juli 2025. Aufnahmeset war eine Moravian C3-61000 am Takahashi FSQ106ED mit Baader-Filtern. An Rohdaten sind vorhanden: R,G,B: je 12 x 60"; L: 24 x 60"; Ha,Oiii: je 15 x 5'. Gesamtbelichtungszeit 3 1/2 h. Das Bild ist in 2xDrizzle bearbeitet und hat eine Originalauflösung von 18300 x 12960 pixel. Das Bild, welches ich als Anhang hochlade, hat immerhin 5000 x 3268 pixel. Leider klappt das normale Hochladen nur bis zu einer Dateigröße von 2MB (Das Limit ist aber mit 10MB angegeben, irgendwas stimmt hier nicht).

    Ich habe eine tiefe Dankbarkeit empfunden, so etwas bearbeiten zu dürfen. Ich glaube, der Karsten hat das vor einiger Zeit mal ganz ähnlich gesagt. Das Ergebnis, auf einem großen Monitor betrachtet, hat mir dann doch die Sprache verschlagen.

    Hier aber das Gesamtbild.



    Der Bildausschnitt ist ca. 3.8° x 2.5°. Norden ist rechts. Der rechte Bildrand ist unweit der Südgrenze des Sternbild Skorpion. Der überwiegende Teil des Bildes liegt im Sternbild Altar (Ara). Nur der untere Teil ist bereits im Sternbild Winkelmaß (Norma). Die eigenartige Dunkelwolkenstruktur hat dem Nebel die Bezeichnung "Kämpfende Drachen von Ara" eingebracht, wobei der Nebel unten in der Mitte als "Drachenei" gilt. Zu dem Drachenei komme ich noch. Der Gesamtkomplex hat eine Entfernung von ca. 4000 Lj. zur Sonne. Der Nebel wird durch den jungen (14Mio. Jahre) offenen Sternhaufen NGC6193 zum Leuchten angeregt, ein intensiver Reflexionsnebel, aber auch in Ha.


    Hier ist noch ein Ausschnitt aus dem Nebelzentrum unterhalb des offenenHaufens NGC6193 in Originalaulösung:

    NGC6188-Komplex im Ara  -  Ausschnitt

    Mit etwas Phantasie lässt sich die Dunkelwolke oberhalb der Bildmitte als Pferd von hinten (links) bzw. als Nilpferd von hinten (rechts) ansehen. Was meint ihr?

    Bei dem zweiten Ausschnitt wurde es dann total spannend. Es ist der bipolare Nebel NGC6164/NGC6165, das "Drachenei".

    Hier der Ausschnitt in Originalauflösung:

    NGC6164/NGC6165 in der Norma

    Früher hat man die inneren Nebelteile als getrennte planetarische Nebel angesehen. Daher auch die zwei NGC-Nummern. Erst in jüngster Zeit (ESA 2024) hat sich herausgestellt, dass diese inneren bipolaren Nebelteile das Ergebnis einer Sternverschmelzung sind, die vor etwa 7500 Jahren stattgefunden hat. Der Zentralstern HD148937, heute ein Doppelstern, war ursprünglich ein Dreifachsystem. Er besteht heute aus zwei heißen O-Sternen, die mit ihrem intensiven UV den Nebel zum Leuchten bringen.

    Die Entfernung des Zentralsterns (CdC mit Gaia3) ist 3875 Lj. Den Durchmesser des gesamten inneren Nebelteils habe ich durch Ausmessen am Bild zu 6,4' bestimmt. Der Radius einer Strahlungskeule dann 3,2', das macht in der angegeben Entfernung grob 150 km/s. Es muss ein tüchtiges Spektakel gewesen sein, als die beiden Sterne verschmolzen.

    Die bläuliche äußere Hülle besteht aus angeregtem Sauerstoff, sicher ein Wolf-Rayet-Gespinst, zu einem früheren Zeitpunkt ausgestoßen.

    Ich wünsche euch viele schöne klare Nächte

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    Ende Januar hatten wir bei uns ja einige klare und mondlose Nächte. In der Nacht vom 21./22. und 22./23. 01. 2026 konnte ich diesen Himmelsbereich mit dem 150/750 GSO-Newton aufnehmen. Das Seeing war grausig, noch dazu beeinträchtigt, dass den schon größeren Höhen des Oriongürtel bei mir mein Winter-Balkon-Seeing zuschlägt. Dann sammelt sich Warmluft unter dem Dachüberstand über dem Balkon, welche minutenlang ins Bild waber kann. So war es hier. Oft habe ich selbst helle Guiding-Sterne (OAG) verloren, hatte aber mein kurzbrennweitiges Guiding-Rohr nicht da. Und stundenlang draußen auf dem Balkon, nun das war auch nichts.

    Die Gesamtbelichtungszeit der verwendeten war 4 3/4 h. Dabei habe ich Frames in Oiii gar nicht verwendet.

    Im Einzelnen: R: 10 x 3'; G: 20 x 3'; B:25 x 3'; Ha: 24 x 5'; Gain R,G,B: 120 Ha:390

    Gegend um ζ Ori mit Flammennebel und Pferdekopfnebel

    Ich finde, das Bild ist für die Verhältnisse doch ganz ordentlich geworden. Ich habe versucht zu vermeiden, mehr Schärfe herauszuholen als geht. Duch die mehr als 100' in Ha sieht es doch recht ausgeglichen aus.

    Eine Sache ist mir im Verlaufe des Abends dann noch passiert: Die DE-Steuerung funktionierte plötzlich nicht mehr. Da ich meine Pappenheimer an der umgebauten LX200-Montierung ziemlich genau kenne, habe ich die Ursache sofort gefunden. Ein Arretiernippel am RJ-Stecker ei der DE-Strecke in der Gabel war abgebrochen und das Kabel hing lose. Provisorisch ist es jetzt mit Panzerband getapt. Das geht jetzt. (Erfahrungsgemäß sind es ja die Provisorien, die am längsten halten...) Aber gut im Sommer nehme ich die Montierung mal von der Wiege, um das wieder ordentlich hinzubekommen.

    Ich wünsche euch viele schöne klare Nächte.

    Micha

    Hallo Frank,

    meine Gratulation für diese Aufnahme vom Weihnachtsbaum mit Konus. Ja, die enorme Belichtungszeit macht's. Ein so kräftiges Signal im Blauen! Da komme ich mit meiner Mono nicht mehr mit. Den Bereich haben ich neulich auch aufs Korn genommen. Abgesehen vom grauslichen Seeing: Nur Ha einigermaßen, Blau,Grün,Oiii in den Nebelteilen: Fehlanzeige.

    Also Hut ab vor dem Seestar und deiner Geduld! Da wird ja eine Nacht nicht ausgereicht haben.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Guido,

    ja, wem sagst du das: Rohdaten+Zeit, da habe ich auch noch ein paar Sachen rumliegen. Liegt aber auch mit daran, dass ich die Sachen, die ich hier zu Hause mache einfach höher priorisiere. Jetzt ist ja grad Vollmond vorbei, die Wetterprognosen sind immer noch nicht gut. Zum Glück lässt sich der Vela-SNR sinnvoll noch bis in den Mai aufnehmen. Wird schon klappen

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Micha,

    vielen Dank, dass du dir für die ausführliche Antwort die Zeit genommen hast. Das wird mir ganz bestimmt weiterhelfen. Ich muss dann wirklich erst einmal schauen, was für eine Version ich da ergattert habe. UV/IR-Cut Filter in 1,25" habe ich da, falls nötig.

    Denke, dass ich da ohne Flats anfange. Also erst einmal ein halbwegs scharfes Bild. Nun haben wir hier seit etlichen Tagen eine grau Suppe ohne Sonnenstrahl. Aber das wird irgenwann wieder gut.

    Wegen Flats habe ich hier etliche Teile aus mattem Acrylglas da. Irgendeines würde schon passen.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Guido,

    danke für deine Worte. Den Beitrag möchte ich fortsetzen, das Thema ist schon sehr interessant. Ich muss mir dabei nur einige Zeit nehmen und hoffe, dass ich im Februar so weit bin.

    Das Wetter in Namibia/Hakos ist in den letzten sechs Wochen leider nicht gut gewesen. Keine stabilen klaren Nächte ohne Mond. Ich warte jetzt schon lange auf Bilder, dieses Mal von dem riesigen Vela-SNR gleich nebenan von Puppis-A.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    nun ist es doch passiert, ein Acuter Elite hat den Weg zu mir gefunden. Eure Bilder mit dem Teil haben mich dermaßen fasziniert, da konnte ich nicht nein sagen. Letzte Woche, bei viel Sonnenschein, habe ich ihm unseren Stern mal gezeigt.

    Erst einmal: Der Sonnensucher brauchte nicht justiert werden. Dann mal visuell geschaut. Es waren sofort Protuberanzen zu sehen. Muss mir noch eine geeignete Augenmuschel raussuchen. Die Beobachtung ist bei Tageslicht sonst nicht so einfach. Oder ich mach's wie die alten Fotografen: Ein Tuch schwarzes Leinen über den Kopf.

    Dann meine alte Guiding-Kamera mal rangeschraubt. Ist eine ASI120mono (nicht die mini). Die brachte diagonale Streifen über dem Bild. Habe vorher Firecapture und AS!4 installiert. Mit Firecapture hatte ich Herbst 2020 bei der Marsopposition viele Aufnahmen gemacht, seitdem aber nicht mehr benutzt.

    Einen Tag später mein ASI294 angebaut: Keine Streifen, aber auch kein brauchbares Bild. Vielleicht ist diese Kamera hier wenig geeignet? Die Kamera läuft nur mit höchster Auflösung, kein Binning über FC möglich. Mittlerweile ist aber auch eine ASI678mono in Bergfelde angekommen, hole ich am Samstag.

    Mein Set war: Objektiv mit Ha-Filter - Sonnen-Zenitspiegel - Kameraadapter - Kamera. Die Einstellung in Firecapture: Sonne-Ha, Gain, Belichtungszeit und Gamma ließen sich regeln. Weiterhin tat sich was, wenn ich am Ha-Filter gedreht habe.

    Meine Frage ist: Wie taste ich mich in Firecapture an eine gute Belichtung ran?

    Weiterhin: Ist es sinnvoll, einen weiteren Ha-Filter in den Strahlengang zu bringen? (Ha-12nm in meinem Filterrad). Platz ist da.

    Sind Flats sinnvoll? Die große Kamera zeigt eine deutliche Randabdunklung, kleinere Sensoren sicher weniger.

    Das Seeing war letzte Woche auf meinem Balkon katastrophal. Das habe ich nachts während der DS-Aufnahmen gemerkt.

    Ich wünsche euch viele sonnige Tage

    Micha

    Hallo Martin,

    dir Skalierung auf die richtige Objektgröße ist bei dem anderen Thread von dir. Ich habe mir mal die Daten beider Kameras rausgesucht.

    NeptuneM: Sensor IMX178, Chip 7,4 x 5,0 mm, Pixel 2,4µm, Auflösung 3096px x 2078px.

    SVBony 305C: Sensor IMX290, Chip 5,6 x 3,1 mm, Pixel 2,9µm, Auflösung 1936px x 1096px.

    Die Bilder von der NeptuneM sollen wahrscheinlich auf die der SVBony skaliert werden. Skalierungsfaktor ist dann 2,4/2,9. Die Bildgröße der NeptuneM-Bilder verringert sich entsprechend auf 2562px x 1730px. Also ist das Bild größer als die SVBony-Bilder. Die NeptuneM-Bilder müssen also noch beschnitten werden. In PS lässt sich das über eine einfache PS-Aktion machen. In PixInsight über Batch-Processing. Andere Programme fallen mir jetzt nicht ein, da fehlt mir der Überblick, sollte mich aber wundern, wenn's nicht noch anders geht.

    Ach so, für die 2,4/2,9-Skalierung: Natürlich auch in PS oder PI, lässt sich dann kombinieren: Zuerst Skalierung der Bildgröße, dann Bildbeschnitt. So müsste es klappen (vorausgesetzt, Jupiter ist auf den NeptuneM-Bildern einigermaßen mittig, sonst könnte beim Beschnitt was verloren gehen).

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Martin,

    bei identischer Optik ist bei beiden Kameras das Bild auf dem Sensor genauso groß. Das Objekt (z.B. Jupiter) wird auf dem Sensor um so mehr Pixel einnehmen, je kleiner die Pixel sind. Die Skalierung ist einfach:

    Wenn K1 eine Kamera mit 2µm Pixelgröße ist, K2 eine Kamera mit 3µm Pixelgröße, dann ist die Skalierung von K1 auf K2 gleich 2/3, und umgekehrt die Skalierung von K2 auf K1 gleich 3/2.

    Aber Obacht: Bei Farbkameras traue ich den Angaben über die Pixelgröße nicht so ganz. Der Farbpixel ist ja ein Geviert der Bayer-Matrix (RGGB). Möglicherweise ist dann die effektive Größe des Farbpixels doppelt so hoch.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Frank,

    tja, wieder mal verpasst. War gestern auf dem Balkon. Der geht ja genau Richtung Süden. Ist für Nordlichter weniger geeignet. Jammerschade, aber meine Schwägerin hat mir wieder zwei Bilder geschickt.

    Muss ja ganz toll gewesen sein.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    um die Jahreswende 2024/25 hatte ich die Möglichkeit, via remote auf https://www.skygems-observatories.com ein Bild aufzunehmen, das für mich eines der faszinierendsten Blicke in den Weltraum darstellt. Auf der Aufnahme sind die Filamente von zwei Supernovaüberresten (SNR) zu sehen. Norden ist bei der Aufnahme oben. Der östliche Teil der Aufnahme liegt im Sternbild Vela, der übrige Teil gehört zu Puppis. Die Deklination (Bildmitte) ist -43°.

    Überreste der Supernovae in Puppis und Vela

    Ort der Aufnahme war Hakos/Namibia. Aufnahmen in R,G,B,Ha,Oiii; keine Luminanz-Aufn.; Gesamtbelichtungszeit 5 1/2 h.

    Wie gesagt, auf dem Bild sind die Überreste zweier Supernovae zu sehen. Der gesamte südöstliche Teil wird von den ausgedehnten Filamenten des Vela-SNR dominiert. Die Vela-Supernova detonierte in nur 290pc Entfernung zur Sonne und gehört damit zu den sonnennächsten Supernovae, die bekannt sind. Das Alter dieser Supernova ist nur sehr ungenau bekannt. Es liegt bei 19000+/-11000 Jahren. Der SNR beherbergt den berühmten Vela-Pulsar.

    Doch nicht um diesen SNR soll es in diesem Beitrag gehen. Etwas rechts oberhalb der Bildmitte sind im Rot und Blau deutlich schärfere Filamente zu erkennen. Sie bilden den optisch sichtbaren Teil des SNR Puppis-A. Im Radio-Bereich, sowie im Röntgen und Infrarot ist der Überrest wesentlich prominenter (hierzu den wikipedia-Eintrag). Die Entfernung ist nicht genau bekannt, jedoch mindestens viermal weiter entfernt als der Vela-SNR. Auch beim Alter scheiden sich die Geister. Heute wird oft von einem Alter von 4000 Jahren ausgegangen. Entfernung und Alter werden aber heute kontrovers dikutiert.

    Erstmals 1950 konnte im Bereich des SNR eine Radioquelle beobachtet werden. Im Jahre 1954 erschien die bahnbrechende Arbeit von Walter Baade und Rudolph Minkowski: "Identification of the radio sources in Cassiopeia, Cygnus-A und Puppis-A". Erstmals konnte hier hellen Quellen am Radio-Himmel optische Entsprechungen zugeordnet werden, Cygnus-A wurde als Radiogalaxie identifiziert. Die Filamente in der Cassiopeia sind Teil des SNR Cas-A, wie man ihn später benannte. Auch bei Puppis-A wurden zahlreiche Filamente entdeckt (im Roten). Die Entdecker führten auch spektroskopische Messungen an den Filamenten durch und erkannten schon deren Bewegung.

    Übrigens gelangt vom Mt. Palomar aus, von dem die in der genannten Veröffentlichung enthaltenen Bilder stammen, der Bereich Puppis-A lediglich 13° über den Horizont, ist also schwierig aufzunehmen.

    Der Beitrag von Baade/Minkowski ist im Netz frei als pdf verfügbar. Ein Bild mit der Filamentstruktur in Puppis-A habe ich extrahiert und auf die Aufnahme oben registriert (PI). Qualitativ ist die Wiedergabe des historischen Bildes nicht sehr gut. Dennoch lassen sich mit dem Blink-Komparator in PI sehr gut Veränderungen sichtbar machen. Diese Veränderungen sind ungleichmäßig, außerdem fällt ein Vordergrundstern mit hoher Eigenbewegung auf.

    Filamente in Puppis-A - Gegenüberstellung von Aufnahmen aus 1952 und 2024/25

    Ich habe hier beide Ausschnitte der Aufnahmen gegenübergestellt. Hier fallen die Veränderungen nicht ins Auge. Ich wusste nicht, wie ich das hier anders zeigen kann, würde aber beide Bilder auf Wunsch per mail zusenden. In PI/Blink ist das einfach verblüffend. Wer kein PixInsight hat, kann beide Bilder in ein Verzeichnis stecken und mit Irfan (vor/zurück) betrachten. Hierbei sollte aber die Bilddarstellung klein gehalten werden. Leider habe ich im Netz keine besser aufgelösten Bilder dieser historischen Aufnahmen finden können. Auch Scans von Plattenarchieven wenden sich lediglich an Fachastronomen, sind für uns also nicht zugänglich.

    Im Jahre 1968 erschien dann die wichtige Arbeit von A.Poveda und L.Woltjer "Supernovae and Supernova Remnants". Die Identifizierung von Radioquellen als SNR gelang anhand des Spektralindexes im Radiobereich. Der Spektralindex gibt in der Radioastronomie die Abhänigkeit des beobachteten Strahlungsflusses von der Frequenz wieder. Dieser Index erlaubt die sichere Einordnung der Radiostrahlung als thermische Strahlung oder als Synchrotronstrahlung. Synchrotronstrahlung entsteht, wenn geladene Teilchen mit hoher Geschwindigkeit in Magnetfeldern abgelenkt werden. Diese Strahlung ist typisch für SNR. Mit dem Nachweis konnte Puppis-A als SNR identifiziert werden.

    Mit Anfang der siebziger Jahre fiel dann der Startschuss für die Erforschung des Weltalls im Röntgenbereich, zuerst mit Höhenforschungsraketen, danach mit diversen Röntgenteleskopen aus der Erdumlaufbahn. Darüber möchte ich später schreiben, das ist eine ganz spannende Sache, die auch mehrere Bereiche der Astrophysik berührt. Die intensive Erforschung von Puppis-A dauert bis heute an.

    Ich wünsche euch viele schöne und klare Nächte

    Micha

    Hallo Guido, Micha und Martin,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen. Nun, die Handsteuerbox ist ja nur ein Drittel des Gesamtprojektes. Ich weiß noch nicht, wann ich das Steuerprogramm auf dem Laptop vorstellen kann. Wird sicherlich etwas dauern.

    Es wundert mich selbst, dass die Handsteuerbox so völlig ohne Fehler läuft. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Frequenzen (Takte etc.) nicht sehr hoch sind, und daher wenig störungsanfällig.

    Bei dem umgebauten LX200 hatte ich hingegen schon zwei Defekte. Bei dem ersten ist mir die (neue!) RJ45-Kupplung zerbrochen, die sich am Schenkel der Gabel befindet. Zum Glück ist das am Tag passiert. Ich habe die alte, originale Kupplung wieder eingebaut: läuft. Kurz darauf ist der Aus/Ein-Schalter am Gerät kaputt gegangen. Habe ihn immer noch nicht ausgetauscht (steht fest auf "Ein").

    Ich hatte das Glück, während meines Studiums Anfang der 80er Jahre so ein wenig (aber wirklich nur wenig) mit der Assembler-Programmierung auf den damals verbreiteten Z80-Prozessoren zu tun zu haben. Erstaunlich, wie wenig sich seit damals verändert hat! Es hat mir deshalb vor 8 Jahren die Einarbeitungszeit verkürzt.

    Schließlich: Ich wollte so ein Projekt wenigstens einmal im Leben verwirklicht haben. Heute kaufe ich mir dann doch lieber alles. Hat seinen Nachteil: Letzte Woche habe ich seit wer weiß wie langer Zeit mal wieder einen Lötkolben in der Hand gehabt. Bin doch ganz schön eingerostet.

    Und Martin, von HF habe ich bisher immer die Finger gelassen. Das hat doch eigene Gesetze.

    Ich wünsche euch viele schöne, klare Nächte bzw. Sonnenschein mit gutem Seeing,

    Micha