Posts by Micha314

    Hallo Martin,

    nein, so würde ich das nun ganz und gar nicht sehen. Die Komplettsysteme Seestar S30 und S50 stellen sehr gelungene Kompromisse dar. Als Deep-Sky-Fotograf möchte ich aber natürlich mehrere Brennweiten abdecken. Beispielsweise nehme ich selber ja den ASKAR FMA135 (135mm), den 350mm f5/APO oder den 150/750mm GSO-Newton. Für noch längere Brennweiten steht bei mir noch ein ungenutztes LX200-GPS herum, kommt mit Reducer so auf 1500mm Brennweite. Experimentiert habe ich ferner mit einem 50mm Canon-Objektiv.Es wäre m.E. kaum nachvollziehbar, sich für jede Brennweite so ein Komplettsystem anschaffen zu wollen, selbst wenn das mit gutem Preis-Leistungsverhältnis daherkommt.

    Das ist das eine. Das andere bezieht sich auf die verbauten Sensoren: Sony IMX462 für das Seestar50, bzw. IMX662 beim Seestar30. Beide Sensoren wurden ursprünglich von ZWO eindeutig für die Sonne/Mond/Planeten-Kameras ASI462 bzw. ASI662 verbaut. Für mich als Deep-Sky-Fritzen wären diese Kameras nicht in Betracht gekommen: Als Guiding-Kamera zu gut, und als Aufnahmekamera nicht ausreichend. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass für schlechte Aufnahmebedinungen, wie ich sie oft habe, eine Mono-Kamera dringend anzuraten ist. Die Sensordaten meiner 294mmPro sind sowohl was die Pixelgröße betrifft (2.32µm bei der ASI294 zu 2.9µm bei den IMX-Sensoren) als auch nach Pixelanzahl weit im Vorteil. Hinzu kommt die Möglichkeit der Sensorkühlung, die bei den Seestar-Systemen nicht vorhanden sind. Das würde sich wegen des hohen Stromverbrauches auch krass auf die Akku-Betriebsdauer niederschlagen. Das vorhandene Verstärkerglühen bei meiner ASI294 stellt überhaupt kein Problem dar, wenn man sich eine umfangreiche Masterdark-Bibliothek erstellt hat.

    Die vorhandene Mosaik-Funktion bei den Seestar-Systemen ist ist sicherlich eine feine Sache. Allerdings dürfte sich die Gesamtbelichtungszeit solcher Deep-Sky-Aufnahmen in der fantastischen Qualität der Bilder, die Frank uns gezeigt hat, so ab etwa 12 Stunden bewegen.

    Summa summarum bleibt festzuhalten: Bereits bei vier Aufnahmebrennweiten (s.o.) würde ich ganz sicher nicht auf vier Komplettsysteme zurückgreifen wollen (ganz unabhängig vom Preis).

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    seit gut 20 Jahren ist über dieses Ereignis ab und zu in den Medien zu lesen. Zeitweilig stand sogar die Gefahr eines Zusammenstoßes mit der Erde zur Diskussion. Mittlerweile wurde hierfür aber Entwarnung gegeben. Die Bahn des Apophis konnte in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten seit seiner Entdeckung im Jahre 2004 immer genauer bestimmt werden, so dass heute eine Kollision ausgeschlossen werden kann. Nichtsdestotrotz werden sich Erde und Asteroid in den Abendstunden des 13. April 2029 sehr nahe kommen. In den letzten Tagen hatte ich Zeit, mir mit Hilfe der Horizons-Application des Jet Propulsion Laboratory einen Überblick über die Beobachtunsbedingungen während der Passage zu verschaffen. Danach bestehen für Mitteleuropa beste Beobachtungsbedingungen. Der Asteroid erreicht eine scheinbare Helligkeit von 2.9mag und ist dann gut mit bloßem Auge zu verfolgen. Das ist absolut außergewöhnlich!

    Zur Geometrie der Begegnung: In den Tagen vor der Passage bewegt sich Apophis sehr wenig gegenüber dem Sternenhintergrund. Ein Zeichen dafür, dass er sich ziemlich genau Richtung Erde bewegt. Seine Elongation liegt bei etwa E150°. Der Asteroid nähert sich von außen kommend der Erde. Erst unmittelbar mit der Passage nimmt dann die Elongation rapide ab, schwenkt auf etwa W15°. Der Betrag der Elongation ist hier ein gutes Maß für die Bestimmung des beleuchteten Teils (auf die Angabe des Phasenwinkels habe ich verzichtet, weil der Winkel Apophis-Sonne-Erde innerhalb der Rundungsgrenzen vernachlässigbar ist und der Phasenwinkel = 180° - Elongation wird. Der Durchmesser des Apophis wird heute meist mit etwa 350 Meter angegeben. Für die Zeit seiner Erdpassage wächst sein scheinbarer Durchmesser auf über 2". Apophis ist ein S-Klasse-Asteroid, also ein Objekt mit steiniger Oberfläche, was zu einer relativ hohen Albedo führt. Die maximale Helligkeit fällt nicht mit der größten Erdannäherung zusammen, da der beleuchtete Teil während der Passage sehr schnell kleiner wird.


    In der untenstehenden Grafik sind die Beobachtungsverhältnisse für 13.2° östl. Länge, 52.6° nördl. Breite (für Hennigsdorf b. Berlin) zusammengefasst. Ursprünglich wollte ich ein Balkonbild von meinem Standort einbinden. Leider ist die Begegnung jedoch von dort nicht in ihrem ganzen Verlauf beobachtbar. So habe ich dann eines der Standardbilder aus Stellarium genommen.


    Sichtbarkeitsverhältnisse während der Begegnung Erde-Apophis für Hennigsdorf b. Berlin

    Der Aufgang des Asteroiden erfolgt in der bürgerlichen Dämmerung. Spätestens mit Ende der nautischen Dämmerung gegen 21h26 MESZ dürfte Apophis dann als Objekt 3. Größe zwischen den Sternbildern Rabe (Crv) und Becher (Crt) aufzufinden sein. Die größte Helligkeit mit ca. 2.9mag erreicht er um 22h40MESZ. Er steht dann im Sternbild Sextant (Sex). Seine Bewegung erfolgt jetzt sehr schnell Richtung Nordwest. Um 22h52MESZ steht Apophis im aufsteigenden Knoten (geozentrisch) seiner Bahn. Die zeitliche Nähe von Knotendurchgang und maximaler Annäherung ist Voraussetzung für enge Passagen, steht der Asteroid doch dann ganz in der Nähe der Erdbahnebene. Die maximale topozentrische Annäherung ist gegen 23h40MESZ. Der minmale Abstand beträgt dann nur 33930km! Der Asteroid steht jetzt im Sternbild Krebs (Cnc). Die scheinbare Bewegung ist enorm: -41° in RA/h und +22° in De/h. Die scheinbare Helligkeit ist jetzt nur noch 3.6mag und nimmt nun sehr schnell ab. Eine Stunde später ist er bereits in der Nähe von β Tau als Objekt 6. Größe zu finden. Er bewegt sich weiter schnell Richtung Westen entlang der südlichen Grenze des Perseus als Objekt 8./9. Größe.

    In der Tabelle unten sind die Beobachtungsdaten noch einmal zusammengefasst:

    Tabelle_1: Beobachtungsdaten am Abend des 13. April 2029 für Hennigsdorf

    Zwei interessante Fragen drängen sich nun auf: Wo hat Apophis seinen minimalen Abstand zur Erdoberfläche? Nun, das ist dort der Fall, wo Apophis zum Zeitpunkt seiner größten geozentrischen Annäherung im Zenit steht. Dann kann man vom geozentrischen Abstand den vollen Erdradius abziehen. Etwas Probieren gibt dafür die geografischen Koordinaten 44°W und 29°N. Das liegt mitten im Atlantik. Hier ist der minimale Abstand dann nur 31640km.

    Das führt gleich zur zweiten Frage: Besteht Gefahr für den Bahnbereich der geostationären Satellite? Immerhin liegt deren topozentrische Höhe bei 35786km. Das ist über 4000km mehr als der Wert oben. Die geostationären Satelliten stehen jedoch in der Ebene des Erdäquators. Und bei Passage der Äquatorebene liegen die topozentrischen Abstände alle sicher über der geostationären Höhe.

    Zum Schluss noch eine Tabelle mit Beobachtungsdaten für die ersten 20 Tage im April 2029.


    Tabelle_3

    Man sieht, in den beiden Wochen vor der Passage befindet sich Apophis fast stationär im Grenzbereich Wasserschlange (Hya)-Zentaur (Cen). Wegen der geringen Höhe über dem Horizont dürfte eine Beobachtung schwierig sein. Von meinem Balkon aus sollte das jedoch möglich sein, zumal die scheinbare Helligkeit bereits recht groß ist.

    Nach der Passage hält sich der Asteroid dann in Sonnennähe auf. Eine Beobachtung ist dann definitiv nicht mehr möglich, zumal die scheinbare Helligkeit dann auf 22mag gesunken ist.

    Ich wünsche euch viele schöne klare Nächte

    Micha

    Hallo Frank,

    vielen Dank für's Zeigen der Bilder, die du mit dem Seestar aufgenommen hast. Die überzeigen mich schon davon, dass diese kleinen Systeme weit mehr als eine Spielerei sind. Das sind schön bearbeitete Aufnahmen, und der Rohstack von M1 zeigt, was für Potenzial in den Aufnahmen steckt. Für den Laien wird es dann schwierig zu begreifen, dass erst am Computer bei der Bildverarbeitung die eigentliche Arbeit beginnt.

    Ich habe bei dem Rohstack mal unter Verwendung der Sensordaten den FWHM-Wert bestimmt. Er liegt unter 5", und ich finde, das ist schon sehr respektabel und Hut ab vor den Entwicklern, die einen einfachen APO mit einem kleinen Sensor kombiniert haben. Irgendwie bin ich gespannt, ob da noch eine größere Variante entwickelt wird. Das Konzept finde ich jedenfalls toll. Und mit 8MP anstelle der 2MP jetzt, 60 oder 70mm Öffnung, wer weiß, was da noch kommt. Und irgenwie sind die großen Remote-Systeme ja auch nichts anderes, nur eben oftmals Highend. Was bei diesen kleinen Seestar-Systemen auf jeden Fall stimmt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Ein Freund von mir hatte sich im Sommer ernsthaft damit beschäftigt, einen Seestar50 anzuschaffen. Die Terrasse seiner Wohnung zeigte bloß ziemlich genau Richtung Norden. Die Auswahl an Aufnahmeobjekten war da nicht besonders groß. Ich sagte ihm, fahr doch die 15km aus der Stadt raus und stelle das Ding an den Ackerrand. Da sagte er mir, was soll ich denn die ganze Zeit über da draußen machen? Na ja, unbeaufsichtigt lassen würde ich es auch nicht. So ist dann leider nichts draus geworden.

    *

    Hallo Martin,

    das hat mir sehr gefallen: Die pure Jagdlust. Bei mir sind es eben die weit südlich stehenden Objekte. Entweder bei mir zu Hause am Feldrand mit Blick nach Süden, oder wie auf Teneriffa 1996 die Jagd auf α Crucis (dem ist ein ganzer Beitrag in irgendeinem Jahrbuch "Kalender für Sternfreunde" Anfang der 90er gewidmet). Da stelle ich die nächsten Tage mal was rein.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Micha , hallo Thomas,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen. Micha, du musst da wirklich ganz viel Pech gehabt haben. Ich war zweimal für etwa 10 Tage dort oben in der Caldera. Zuerst im Februar 1996, und dann im November 1998. Klare Nächte waren da immer die Regel. Ich habe hier noch ein Bild eingebunden, das in der Abenddämmerung vom Calderarand Richtung Südwest aufgenommen ist. Die Passatwolken brandeten hier am Berg, ohne die Caldera zu erreichen. Halt wie Wasserwellen, nur viel langsamer. Mit den heutigen Möglichkeiten würde man ganz bestimmt ein Zeitraffervideo davon aufnehmen wollen.

    Teneriffa im November 1998

    Nachts war es in aller Regel völlig klar. Ein einziges Mal haben es die Wolken bis in die Caldera geschafft. Ich bin gerade mit dem Auto zum Calderarand im Norden unterwegs gewesen. Man macht sich wegen der Temperaturen nachts dort oben nicht viele Gedanken. Aber die abschüssige Straße war dort, wo die Wolken hineinschwappten, völlig bereift. Den Schreck werde ich wohl nie vergessen. Hab das Auto vor der Einmündung auf die Nordstraße mal gerade so zum Stehen gebracht.

    Übrigens war Mitte November 1998, und zwar genau am Tag meiner Ankunft, ein gutes Maximum der Leoniden erwartet. Und oben in der Caldera war tüchtig Betrieb. Viele wollten das Himmelsschauspiel bewundern. Leider hat sich der Meteorstrom ganz und gar nicht an die hohen Erwartungen gehalten.

    Der Sternenhimmel dort oben ist wunderschön. Mich hatten es natürlich vor allem die südlichen Sternbilder angetan. 1996 war ich nur mit bloßem Auge und Feldstecher unterwegs. Das sind unvergessene Erinnerungen. Der Rosettennebel z.B. mit bloßem Auge. Omega Centauri habe ich irgendwie plastisch in Erinnerung, das kann man gar nicht so richtig beschreiben. Und schließlich hatte ich das Glück, alpha Crucis freiäugig zu sehen. Dieser Stern ist nur aufgrund der Kimmtiefe wegen der Sichthöhe von über 2000m i.V.m. der Refraktion theoretisch sichtbar. Im dritten Anlauf hatte ich Glück. Mein Standort war jeweils eine Stelle an der Auffahrt zum Izana-Obsevatorium, wo es freie Sicht zum Südhorizont gibt. Dort hatte ich mich jeweils kurz vor Meridiandurchgang des Kreuz des Südens eingefunden.

    Ich wünsche euch viele schöne klare Nächte

    Micha

    Hallo Thomas,

    danke für die schönen Bilder.

    Irgendwann, wenn ich ein neues Handy brauche, werde ich vorher auf die Güte der Kamerafunktionen schauen.

    Da ist ja jetzt vieles möglich: Mond frontal mit drauf, oder im Rücken, alles probieren.

    Bin gespannt. Solche Stimmungsbilder gefallen mir sehr.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Frank,

    vielen Dank für die Aufnahmenserie des Merkurtransits.

    Vom Wetter her war es bei dir gerade eben so machbar. Der Merkur ist erst in der Vergrößerung

    der Bilder deutlich auszumachen. Da hatte ich einfach mehr Glück.

    Dafür kenne ich im Augnblick nicht die genaue Aufnahmezeit meines Bildes. Die EXIF-Daten helfen

    auch nicht, weil mir der damalige Fehler der Uhrzeit in der Kameraeinstellung nicht mehr bekannt ist.

    Ich hatte diesen Fehler zwar nach Abschluss der Aufnahmenserie bestimmt, den Wert aber irgendwie verlegt.

    Heute bin ich in diesen Dingen viel sorgfältiger geworden.

    Sei's drum. Anhand des Bildes lässt sich diese Zeit i.V.m. einem Sternkartenprogramm eindeutig bestimmen,

    über den topozentrischen Abstand des Merkur zur Sonnenmitte.

    Ich werde das Anfang nächster woche mal tun, und bin mal gespannt, ob die atmosphärische Refraktion

    zu berücksichtigen ist. Die Höhe der Sonne auf dem Bild wird so etwa 5° bis 7° betragen.

    Bei weniger als 5° kommt dann so langsam das Dach des Nachbargebäudes ins Bild.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Thomas, hallo Frank,

    vielen Dank für eure Antworten und das schöne Bild von dem Doppelhaufen.

    Ja, das ist eine deutliche Einladung, es mal wieder mit dem Beobachten am Fernrohr zu probieren.

    Mit meiner wiedergenesenen EQ5 sollte das auch gehen. Ich muss die Aufnahmen nicht mer ständig überwachen

    und hätte Zeit zum Beobachten. Eine alte GPE und der 80/910 Vixen-Refr. sind ja auch noch da.

    Wenn ich nur wüsste, wo ich das alte Holzstativ gelassen habe...Na ja, im Winter jetzt eher nicht, aber ich habe schon Lust bekommen.

    *

    Hallo Frank,

    dein Bild von den beiden Haufen gefäält mir gut, ich schaue es immer wieder gerne an.

    Ich habe ja 2019 mit der Canon1200Da (wieder) angefangen mit der Sternenfotografie, nachdem ich meine

    Experimentalplattform einsatzbereit hatte (incl. einer Gartensäule) . Erst seit Frühjahr '21 habe ich die ASI294m.

    Das 3° Gesichtsfeld in der Horizontalen scheinen mir für dieses Objekt ideal zu sein.

    Dafür fallen mir bei deinem Bild mit größrerem Gesichtsfeld die beiden Sternenschnüre oben rechts im Bild immer

    wieder auf. Zufällig so zu sehen, oder gibt es einen physischen Zusammenhang? Möchte das mal anhand der Gaia-Daten

    (Eigenbewegung+Parallaxe) vergleichen.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    heute ist es auf den Tag genau sechs Jahre her, dass der Planet Merkur vor der Sonne vorbeizog.

    Damals hatten wir ja so richtiges Glück mit dem Wetter, was ja für November alles andere als selbstverständlich ist.

    Vor sechs Jahren - der Merkurdurchgang vom 11.11.2019

    Der Transit war bis kurz vor der Mitte beobachtbar. Der Durchmesser des Merkurscheibchens betrug ca. 10".

    Das Bild ist so gedreht, dass Norden oben ist. Dadurch ist die horizontnahe Schleierbewölkung hier schief zu sehen.

    Interessant ist, dass die Sonne während des Transits fleckenfrei ist - wir befanden uns ja gerade im letzten

    Sonnenfleckenminimum.

    Der nächste Merkurdurchgang findet erst am 13.11.2032 statt. Es sind also noch sieben Jahre bis dahin.

    Und vielleicht klappt es ja mit dem Wetter dann auch wieder.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Thomas,

    das ist ein schönes Stimmungsbild.

    Ab und zu sehe ich den Kollegen ja auch ganz gerne mal, wie auf dem Bild von dir.

    Vor ein paar Tagen sah ich ihn in Berlin über dem Tempelhofer Feld aufgehen, allerdings von der

    S-Bahn aus. Trotzdem war's ein richtiger Hingucker für viele.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Mir ist aufgefallen, dass ich die beiden Sternhaufen vor ziemlich genau 50 Jahren erstmals mit meinem kleinen

    63mm Telementor von Zeiss Jena bei geringer Vergrößerung eingestellt hatte. Der Anblick ist mir bis heute unvergessen,

    diese Schatzkästchen! Diesen Anblick kann das Bild kaum wiedergeben!

    Und dennoch gefällt mir das Bild selber richtig gut.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo liebe Sternfreunde,

    es ist selten vorgekommen, dass die Zeit für's Auf- und Abbauen und für die Vorbereitung der Himmelsaufnahmen

    in solch einem Missverhältnis stand. Für gerade mal zwei Stunden war der Himmel gut, dann zog Schleierbewölkung auf.

    (ganz entgegen der Wetterprognosen). Die Aufnahmen von h und χ Persei kommt ganz ohne Schmalband aus, so dass

    ich die Aufnamen in diesem engen Zeitfenster fertigstellen konnte. Alle Frames sind nur 2 Minuten belichtet und ich

    brauchte zum Glück nicht viel auszusortieren.

    Doppelsternhaufen h und χ Persei am 30. Oktober 2025

    Diese beiden offenen Sternhaufen (NGC884 und NGC869) bieten ja bereits in sehr kleinen Fernrohren einen

    farblich schönen Anblick. Das ist bei der Bearbeitung auch recht gut rübergekommen.

    Sterne und Hintergrund sind wieder getrennt bearbeitet. Die Sternfarben mit SPCC farbkalibriert.

    Der Hintergrund ganz leicht im Blau angehoben.

    Der rechte Sternhaufen ist hier h Persei (NGC869), Norden ist oben.

    Mit scheinbaren Helligkeiten von 5,3mag (h) und 6,1mag (χ) sind die beiden Haufen unter guten Beobachtungsbedingungen

    schon mit bloßem Auge sichtbar (indirektes Sehen).

    Sie befinden sich im nördlichsten Teil des Perseus, etwas südöstlich des Himmels-W (Cassiopeia).

    Der Abstand beider Haufen ist etwa 1/2°. Beide Haufen sind nach Masse und Sternenzahl sehr prominent.

    (h Persei: 200 Sterne, 5500 Sonnenmassen --- χ Persei: 150-200 Sterne, 4300 Sonnenmassen)

    Damit ist der Doppelsternhaufen am gesamten Himmel einzigartig.

    für die Entfernung erhält man für beide einen Bereich von grob 7000 - 8300 Lichtjahren (ich habe das beispielhaft

    anhand der Gaia3-Daten versucht zu ermitteln). sie sind sich also auch in natura recht nah.

    Ich wünsche euch viele schöne klare Nächte

    Micha

    Hallo Matin,

    ich komme heut erst zum Antworten. In den vergangenen Tagen haben meine Lebensgefährtin und ich eine sehr
    schöne Thüringenreise unternommen. Es war sehr schön, und: komplett internetfrei!
    Ich hatte da auch Zeit, mir das eine und andere durch den Kopf gehen zu lassen. Mit dem Ergebnis: Mit der Proxima
    lasse ich das erst mal bleiben. Astronomisch habe ich noch mehrere unerledigte Sachen hier herumzuliegen.
    Dann natürlich die kommenden Monate mit hoffentlich einigen schönen Aufnahmenächten.

    Klingt sehr interessant was du für die nächste Zeit vorhast, v.a. mit dem Variablenprogramm. Hab gerade nachgeschaut:
    T Crb ist immer noch nicht gekommen.

    Und mit der Jagdsaison: anfang der 80er Jahre bin ich mal nachts bei Bergfelde auf dem Acker zum Beobachten gewesen.
    Nach 10 Minuten kam ein Förster (Jäger?) von einem Hochstand hinunter. Seine Worte "...meiden Sie die Fluren!"
    habe ich noch gut in Erinnerung.

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Frank,

    meinen Glückwunsch für die schönen Bilder, obwohl das Wetter erst gar nicht mitgespielt hat.
    Und das alles mit einem Equipment fürs Handgepäck. Das hätte ich nicht für möglich gehalten.
    Besonders auch die beiden Bilder im Schwan, der kommt ja da unten doch nicht ganz so weit
    über den Horizont.
    Verstehe ich das richtig: Du hast für den Transport kein spezielles Astroköfferchen fürs Handgepäck,
    sondern ihr verteilt das auf zwei kleine Bordtaschen?
    Kannst du noch schreiben, welche Filter du am Start hattest?

    Viele Grüße

    Micha

    Hallo Martin und alle im Forum,

    ja, Astrometrie, damit hatte ich bisher (außer das bisschen Plate Solving) keine Berührung. Weiß auch nicht, ob ich Zeit dafür finden kann und will.
    Sind so viele andere Sachen zu tun.
    Dokumentationen über Parallaxe und Eigenbewegungen einzelner Sterne sind im Netz kaum zu finden. Die Proxima ist der einzige Stern
    (zusammen mit α1 / α2 Cen), der eine echte Schleifenbewegung zeigt, wobei die Fotometrierung der beiden hellen Komponenten
    sehr schwierig sein dürfte. Alle anderen sehr nahen Sterne haben eine zu hohe Eigenbewegung, daraus resultiert dann lediglich
    eine wellige Bewegung. Die Proxima ist daher prädesteniert.
    Ich weiß noch nicht, ob es gut ist, diese Idee weiter zu verfolgen. Ich glaube, dass es gut ist, sich die Arbeit zu teilen, und suche daher
    einen Mitstreiter.
    Die Idee kam mir neulich, als ich mit einem Remote-Teleskop, ein RC16 in Chile unterwegs war. Das bringt eine Auflösung von 0.2"/px.
    Das würde rein theoretisch völlig diesem Zweck genügen.

    *

    Und wegen der grauen Tage: Ich habe noch ein gutes 1000er Puzzle mit dem Kalifornia-Nebel. Liegt bestimmt schon 5 Jahre bei mir rum.
    Weiß aber auch noch nicht, ob ich mir das antun sollte.

    Viele Grüße

    Micha