Die Technik der Zukunft

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    • Die Technik der Zukunft

      Pentax bringt ein GPS Modul für seine Kameras auf den Markt. Ein "Abfallprodukt", das Teil kann bei Sternaufnahmen bis zu 300(!) Sekunden "nachführen", d.h. aus den errechneten Koordinaten, der Ausrichtung der Kamera bewegt eine Elektronik den Aufnahmesensor so, dass die Erdrotation ausgeglichen wird


      Aufnahme bei ISO 800 mit 40mm /2.8 bei 300 sec ohne GPS Modul

      das gleiche MIT GPS Modul


      Eine Infoseite hab ich bislang nur auf japanisch gefunden hier!

      Infos in Deutsch
      Im Zusammenspiel mit der Verwacklungsreduktion der Pentax K-r und K-5 lassen sich so nämlich Langzeitbelichtungen des Sternenhimmels realisieren. Der GPS-Empfänger berechnet dabei die Bewegung von Sternen und Planeten unter Verwendung der GPS-Daten und der Kameraausrichtung (horizontale und vertikale Neigung). Die Kamera wiederum gleicht diese durch Verschiebung des Bildsensors synchron zur Bewegung der Objekte aus.


      Ich finde, da deuten sich ganz interessante Perspektiven an (vor allem für einen Preis um 250$). Vielleicht tut sich da im Astrocamerabereich mal langsam was bezahlbares Richtung adaptive Optik.
      Viele Grüße aus dem Teutoburger Wald
      und immer CS

      Wolfgang
    • Re: Die Technik der Zukunft

      Hallo!
      Wirklich interessant! Da muss sich der Bildsensor aber ordentlich bewegen können, wenn man mal von 50mm Brennweite und 300 Sekunden
      ausgeht. Ob da immer noch die gesammte Chipfläche verwendet wird?

      Viele Grüße
      Micha
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
    • Re: Die Technik der Zukunft

      wann schiesst man die dafür benötigten gps-satelliten denn ins all ?
      mit gps geht setwas gar nicht und auch selbst mit galileo wird es nicht gehen, das sogar galileo eine genauigkeit von 4 metern hat, welche sich zwar mit zusatzinformation (zusatzdiensten) in den zentimeterbereich steigern lassen, aber dennoch für eine nachführung exorbitant zu ungenau ist.

      diese zusatzdienste, die galileo so genau machen, sind aber auch dem militär vorbehalten.
      als normaler user kommt man nur auf horizontal unter 4 meter und vertikal unter 8 meter und wenn man unter 1 meter möchte, dann muss man dafür regelmässig zahlen .

      von "gps" selber braucht man da gar nicht reden, dass ist noch um einiges ungenauer (ca. 9-10 fach ungenauer).

      obwohl wir juni haben, hatte ich doch tatsächlich auf das datum geschaut, als ich das gelesen hatte :)
    • Re: Die Technik der Zukunft

      Na, soooooo genau muss die Ortsbestimmung ja nicht sein. So genau wie eine Ausrichtung nach einem Polsucher ist die 08/15 GPS Bestimmung allemal. Viel wichtiger sind die Himmelsrichtung und der Winkel.. und das bestimmt das Teil ja auch elektronisch ganz ohne GPS Satelliten. Nee, das kann und wird schon in gewissen Grenzen funktionieren. Ich seh das allerdings eher auch als Hoffnungsschimmer, dass sich für uns Hobbyastrofotografen evtl. mal was in Richtung bezahalbare adaptive Optik tun wird, denn die Bewegung des Aufnahmechips ist ja das A und O dabei.

      Uuups.. Matthias, da waren wir ja fast synchron ;)
      Viele Grüße aus dem Teutoburger Wald
      und immer CS

      Wolfgang
    • Re: Die Technik der Zukunft

      vieleicht sind die 40mm ja nur die equivalenzbrennweite? oder sind das vollformatchip-kameras?

      die kamera benutzt sicherlich das zeitsignal des GPS zur syncronisation dieses ist sehr genau
      ob die auch aus koordinate, zeit und blickrichtung die genaue nachführgeschwindigkeit berechnet bezweifle ich...
      die nachführung erfolgt vermutlich nach einem mittelwert aus allen "himmelsgeschwindigkeiten" sonst bräuchte das teil ja auch noch einen hochgenauen kompass zusätzlich zum neigungsmesser, die berechnung wäre sicher nicht das problem hm

      aber die idee ist schon mal super

      gruß
      sascha
    • Re: Die Technik der Zukunft

      Hallo Sascha,

      Kompass und Neigungssensor sind im iPhone und iPod-Touch Zeitalter ja überhaupt kein Problem mehr. So auf +-5° kommt man mit den Teilen gut hin, bei entsprechender Mittelwertbildung sogar auf um die 1°. Die Kosten dafür dürften nicht sehr hoch sein. Und damit weiß man, wo die Kamera hin sieht. Wenn man dann noch den ungefähren Standort auf der Erdkugel kennt, kann man berechnen, wie schnell sich die Sterne im Bildfeld bewegen. Die Brennweite dürfte der Kamera auch bekannt sein, somit kann man die Sterngeschwindigkeit auch gut berechnen.

      Ich frage mich aber, bei welchen Brennweiten das ausreichend gut funktioniert. Bei kurzen Brennweiten hat man ja das Problem, dass der Sensor dann nicht nur in X- und Y-Richtung bewegt werden muss, sondern eigentlich auch noch gedreht, weil sonst die Sterne ja Kreisbögen auf dem Sensor beschreiben, welche an einem Ende des Bildes (dasjenige, das beim Pol ist) kleiner sind als diejenigen am anderen Ende des Bildes. Bei großen Brennweiten ist das Problem nicht sichtbar, bei kleinen schon. Aber bei großen Brennweiten weiß ich nicht, ob die Nachführung des Sensors genau genug ist und ob der Nachführbereich groß genug ist, um 300s zu überbrücken. Vermutlich gelten die 300s nur für die optimale (kurze?) Brennweite.

      Die Beispielbilder zeigen aber, dass die Korrektur auch bei 24mm recht gut klappt - zumindest bei Web-Auflösung. Einziger Wehrmutstropfen: Wenn man Bilder stacken will (und wegen der noch nicht ausreichend guten Tiefe eines einzelnen Frames wird man das wohl wollen), muss man doch wieder von Zeit zu Zeit das Stativ nachdrehen. Ansonsten würde sich ja der Bereich, der auf allen Bildern drauf ist, immer weiter verkleinern...

      Für Astroaufnahmen in abgelegenen Gebieten (hohe Berggipfel z.B.) könnte ich mir das für manche Aufgaben schon als eine Alternative zu einer Astrotrack vorstellen. Aber ob das wirklich so gut klappt, werden dann die ersten Praxistests zeigen. Auf alle Fälle eine sehr interessante Entwicklung!

      Für eine Adaptive Optik wird diese Entwicklung aber keinen Fortschritt bringen. AOs müssen den Sensor selber ja krümmen, bzw. einen davor liegenden Spiegel, damit man die Verformungen der Wellenfront, die durch die Luft ausgelöst wurden, wieder rückgängig machen kann. Einfaches Verschieben reicht dazu bei weitem nicht aus.

      Was ich mir stattdessen noch eher vorstellen könnte, wäre ein Ersatz dessen, was in Amateurkreisen als Adaptive Optik "verkauft" wird. Also eine Lösung, um Nachführprobleme der Monti auszugleichen. Aber dazu muss man ja feinste Abweichungen der Richtung (horizontal und vertikal) feststellen können. Bei den Billigsensoren für die Lageerkennung und den Kompass, die heute in iPhone und Co. verbaut werden, kommt man nur auf 255 Werte für 360°. Also bei weitem zu ungenau für diesen Zweck. Da müsste stattdessen wieder ein zweiter Chip her, der den Leitstern aufnimmt und mit den daraus gewonnenen Informationen würde man dann nicht die Monti korrigieren, sondern nur die Sensorposition. Dürfte von der Mechanik her natürlich deutlich einfacher werden - sie ist in vielen DSLRs ja schon drin. Ob dadurch aber die Qualität der Ergebnisse deutlich steigt - naja, ich bezweifle das mal. Die Reaktionszeiten könnten zwar deutlich kürzer werden, aber das ist ja nicht alles. Immerhin könnte man dann damit jede Barndoor für Langzeitbelichtungen fit machen!

      Bin schon gespannt auf die ersten Tests, mal sehen, was da so geht!

      Viele Grüße
      Michael
      Der Weg ist das Ziel!
    • FRAGE: Hallo,
      scheinbar ist das Thema noch vor dem Testen eingeschlafen.... Ok, ist an das Vorhandensein einer Pentax-Kamera gebunden. Mich würde dennoch interessieren, ob eine Penta mit diesem Astro-Tracer am 10" / 1200mm Newton überhaupt sinnvoll ist, da ja die optische Achse des Kamerachips und des Teleskops orthogonal zueinander liegen. Die Positionsangaben der Kamera/GPS wirken ja sehr präzise. Da könnte man doch glatt hoffen, dass mit dem System die Nachfürungenauigkeiten ausgeglichen werden....

      Wenn da jemand Erfahrung, Meinung, Kritik hätimte......

      Vlg und ClaraHimmel

      Achim
      nur was in's Auge geht
    • eben, nur mit Montierung macht der Astrotracer sinn.

      Schön wäre es, wenn mit diesem thread etwas Konstruktives kommen würde, wie es aussieht, ist dieses Thema wirklich tot. Schade.
      Werde mir den Astrotracer in den nächsten Monaten zulegen, mal sehen, wie die Ergebnisse sind.


      Gruss
      Achim
      nur was in's Auge geht