Spektroskopie an Planeten

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    • Spektroskopie an Planeten

      Hallo alle,

      endlich komme ich mal wieder dazu, was zu schreiben.

      Ich wollte mal ein kleines Beispiel dessen geben, was mich in vielen Bereichen sehr fasziniert und was ich seit einem Jahr auch in der astronomischen Praxis ausleben kann: die Spektralanalyse.

      Dies hier ist ein Spektrum des Saturn.
      Man kann sehr gut Planetenscheibe von Ringsystem unterscheiden.

      Einfach mal so als ersten Eindruck, das Bild ist unbearbeitet.



      Spektrum des Saturn, Spaltlage horizontal zum Äquator und der Ringebene, auf blaues Ende des Spektrums optimierte Gittereinstellung
      19.07.2018, 21:59 MESZ
      C 9.25 auf GP-DX
      DADOS Spaltspektrograph, Gitter 200 l/mm, Spaltbreite 25 Mikrometer
      Atik 320 e
      6.5s Integration
    • Hallo Martin

      Sehr interessant, was du uns zeigst. Sollte mich vielleicht auch wieder einmal damit ausseinandersetzen. Ist für mich immer noch ein Buch mit sieben Siegel...
      Liebe Grüsse und klaren Himmel

      Marlene


      "Wir sind nur Gäste des Lebens, und gute Gäste hinterlassen den Ort, den sie bewohnt haben sauberer, als sie ihn vorgefunden haben." - Harald Lesch
    • Hallo Marlene,

      da ich ursprünglich aus der Chemie komme, bevor ich in den medizinischen Bereich wechselte, hatte ich schon immer mit der Spektralanalyse zu tun und sie hat mich schon immer sehr fasziniert.
      Wenn ich Delta Scorpii im Teleskop einstelle, dann sehe ich einen hellen Stern.
      Leite ich dieses Licht durch einen Spektrographen, dann erkene ich, daß dieser Stern von einer Gashülle umgeben ist, denn H-Alpha erscheint auf einmal in Emission.

      Greifbar wurde das für mein Hobby mit dem Buch "Sterne und ihre Spektren" von James B. Kaler.
      Praktisch zugänglich erst seit einem knappen Jahr, vorher konnte ich mir den Spektrographen einfach nicht leisten.

      Wie tief man in die Materie eindringt, kann man in gewissen Grenzen schon selbst wählen. Das Grundwissen hierzu läßt sich recht leicht erarbeiten.
      Letztens kaufte ich mir das Buch "I. Hubeney,D. Mihalas, Theory Of Stellar Atmospheres" und bin ob der Mathematik darin erschrocken.
      Ich habe keine Ahnung, ob ich das je begreifen werde.

      Ich finde es einfach spannend, hautnah dran zu sein an z.B. veränderlichen Prozessen. Wie ändert sich die Chemie und die Physik an einem pulsierenden Stern ? Alleine die Breite der Spektrallinien sagt mir schon etwas über Rotationsgeschwindigkeit, Druck, Magnetfelder. . . .
      Welche Moleküle sind bei einem Kometen vorherrschend ?

      Oder speziell hier bei den Planeten - die Spektrallinien sind dopplerverschoben aufgrund der Planetenrotation bzw. hier bei Saturn aufgrund der Rotation in den Ringen.
      Ich weiß aber nicht, ob ich mir den Effekt bei diesem Bild nur einbilde, eigentlich reicht die Auflösung mit einem Gitter 200 l/mm nicht.
      Ich müßte dafür mal das 1200 l/mm Gitter montieren und auch da sollte es eher schwierig sein.
      Allerdings - die knapp 7000 Euro für einen Echelle Spektrographen, der das leicht kann, werde ich wohl eher nie übrig haben.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hallo Hans-Jürgen,

      herzlichen Dank !
      In absehbarer Zeit veröffentliche ich dann mal die Spektren komentiert - und was darin Interessantes zu finden ist.
      Ich bin bei Saturn immer noch etwas unsicher was die Dopplerverschiebung angeht - bzw. deren Sichtbarkeit im Spektrum.

      Ich habe auch Spektren von Jupiter - und da kann man recht gut die zusätzlichen Absorptionslinien von Methan und Ammoniak erkennen.
      Hier von der Erde aus kann ich als Amateur also die Zusammensetzung der Atmosphäre des Jupiter untersuchen.
      DAS - macht es so spannend für mich.
      Es macht enorm Spaß, den Jupiter zu beobachten (besonders im Bino unvergleichlich) - aber der Spektrograph öffnet noch ganz andere Einblicke.

      Viele Grüße,

      Martin