Reducer

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      Hall Ingo

      Reducer bzw. Flattener ebnen das Bildfeld in der Astrofotografie.
      Es spricht aber nichts dagegen, dass man sie auch in der visuellen fotografiert, so fer man die notwendigen adapter hat.

      Ob das dabei ein Sinn ergibt sei dahin gestellt.
      Liebe Grüsse und klaren Himmel

      Marlene


      "Wir sind nur Gäste des Lebens, und gute Gäste hinterlassen den Ort, den sie bewohnt haben sauberer, als sie ihn vorgefunden haben." - Harald Lesch
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      Hallo Ingo,

      ein sogenannter Reducer (Shapley-Linse) kannst du fotografisch wie auch visuell einsetzen. Hier ist ein Link für Reducer die auch direkt an ein 1,25" oder 2" Okular geschraubt werden können. In der Produktbeschreibung findest du noch ein paar Informationen.
      Ich selbst verwende einen solchen Reducer hin und wieder visuell bei meinem Maksutov. Ich kenne auch noch ein paar andere Hobby-Astronomen die sie Visuell bei SC-Teleskopen einsetzen.

      Kurze Anmerkung:
      Ein reiner Reducer ebnet das Bildfeld nicht, genauso wie ein reiner Flattener die Brennweite nicht bzw. nur sehr gering verändert.
      Viele Grüße
      Gordian

      >> Meine kleine Astro-Webseite <<
      Ps: Astrofotografie setzt Geduld und Leidensfähigkeit voraus!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kurt ()

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      Moin!

      Robbie74 schrieb:

      Sind Reducer nur für die Astrofotografie oder kann man die auch visuell einsetzen?
      Warum sollte grundsätzlich ein Reducer für die Astrofotografie nicht auch visuell gehen? Ein Reducer ist ja mehr oder weniger "nur" eine Sammellinse im Strahlengang, welche, salopp gesagt, den gebündelten Lichtstrahl nochmal bündelt und den Brennpunkt damit weiter nach innen verlegt, praktisch eine "negative" Barlow. Das entstehende Bild wird heller, aber auch kleiner. Damit wird aber auch das Bildfeld stärker gewölbt, damit entstehen am Rand Bildfehler. Und durch die kleinere Abbildung wird die Okularbrennweite nach oben begrenzt, da das kleinere Abbild zu Vignettierungen führen, also nicht mehr richtig ausgeleuchtet werden kann. Es kann je nach reducer auch passieren, dass du nicht mehr in den Fokus kommst.
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
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      Hallo Ingo

      die Zahlen 0,5, 0,6 oder 0,85 sind der Reduzierungsfaktor. F/6,3 ist das Öffnungsverhältnis des Teleskops.
      Angenommen, dein Gerät hat eine Brennweite von 600mm beim einem Öffnungsverhältnis von f/7, so ergibt das bei einem Reducer mit Faktor 0,85:
      Brennweite 600 x 0,85 = 510mm und ein Öffnungsverhältnis von f/7 x 0,85 = f/5,95

      Bei Faktor 1 wird nichts verlängert bzw. verkürzt. Es gibt Universal-Reducer und Reducer, welche für ein bestimmtes Gerät berechnet sind. Idelaerweise sollte man letztes nehmen wegen der optischen Leistung.
      Liebe Grüsse und klaren Himmel

      Marlene


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      Hallo Ingo,

      wie Micha bereits schrieb, ist ein Reducer praktisch das Gegenteil einer Barlow. Wenn du z.B. ein Teleskop mit einer Brennweite von 600 mm und eine 2-fach Barlow hast, erhältst du mit dieser Kombination eine Brennweite von 1200 mm (600 mm x 2). Genauso verhält es sich was die Berechnung mit einem Reducer betrifft. Wenn wir bei dem Teleskop mit 600 mm Brennweite bleiben, so erhältst du in Kombination mit einem 0,5 Reducer eine Brennweite von 300 mm (600 mm x 0,5), mit einem 0,75 Reducer eine Brennweite von 225 mm (600 mm x 0,75), ...

      f 6,3 ist das Öffnungsverhältnis das du ggf. mit einem Reducer in Verbindung mit einem bestimmten Teleskop erreichen kannst. Das Öffnungsverhältnis ermittelt sich indem du die Brennweite durch die Öffnung des Teleskop teilst. Ein Teleskop mit 100 mm Öffnung und einer 600 mm Brennweite ergibt ein Öffnungsverhältnis f 6,0 (600 mm / 100 mm). Wenn du nun bei diesem Teleskop einen 0,75 Reducer einsetzt verändert sich das Öffnungsverhältnis auf f 4,5 (600 mm x 0,75 / 100 mm).

      Dies gilt zumindest für den fotografischen Einsatz. Ob man dies 1 zu 1 auch visuell anwenden kann, kann ich dir nicht zu 100 % beantworten. Ich meine im Hinterkopf zu haben, dass sich dieser "Reducer-Effekt" visuell etwas abmindert. Vielleicht kann hier jemand noch etwas dazu sagen.

      Robbie74 schrieb:

      ... und wie finde ich den richtigen für mich?
      Was suchst du denn? ;) ... was willst du mit dem Reducer erreichen?

      EDIT: ... ups, da war Marlene schneller :D . Doppelt hält besser :P
      Viele Grüße
      Gordian

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      Moin Ingo!

      Robbie74 schrieb:

      und wie finde ich den richtigen für mich?
      Das ist jetzt so ne Sache und das kommt letztendlich auch auf das Teleskop an, welches du einsetzen willst.
      Bei optischen Systemen allgemein und natürlich auch bei Teleskopen gibt es ne ganze Reihe Abbildungsfehler wie Coma, Asigmatismus, sphärische Abberation und Bildfeldwölbung, da möchte ich jetzt nicht so ins Detail gehen.
      Ein Teleskop wird je nach Preislage möglichst so konstruiert, dass bei gegebener Brennweite möglichst alle Abbildungsfehler so weit korrigiert werden, das sie sich in einem akzeptablen Bereich befinden. Nun änderst du aber die Brennweite um den Faktor x. Bei einer Barlow, also bei
      Verlängerung der Brennweite ist das gar nicht so schlimm, verringerst du sie aber, so kann es passieren, dass Abbildungsfehler entstehen. Und je mehr du die Brennweite verringerst, um so größer werden die Fehler.
      In der Astrofotografie wird darum bei Einsatz eines Reducers oft mit einem so genannten Flattener gearbeitet, der dann exakt für die Kombination gerechnet wurde und das gewölbte Bildfeld wieder "gerade zieht"

      Und welcher jetzt der richtige ist, das wirst du nur mit Ausprobieren rauskriegen, manche würden die Bildfehler in Form möglicher verzogener Sterne und Unschärfe an den Gesichtsfeldrändern stören, manche weniger....
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
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      Naja, die Blende eines Fotoobjektivs hat tatsächlich etwas mit dem Öffnungsverhältnis zu tun, denn mit dieser veränderst du vereinfacht gesagt die größe der Frontlinse und damit veränderst du sozusagen das Öffnungsverhältnis. Die Lichtstärke bzw das Öffnungsverhältnis definiert sich ja aus der Brennweite und der freien Öffnung (wie schon mehrfach oben beschrieben wurde). Jetzt ist es bei Objektiven so, dass z.B. ein 135mm f/3,5 eine Brennweite von 135mm und ein Öffnungsverhältnis von 3,5 bei Offenblende hat. Und bei astrofotografischer Anwendung muss meist abgeblendet werden, um die von mir weiter oben schon beschriebenen optischen Fehler zu minimieren. Nur mit wenigen lichtstarke Fotoobjektiven gelingen annehmbare Ergebnisse.
      Und wenn du abblendest, dann wird das Objektiv lichtschwächer, also das Offnungsverhältnis größer, da die Objektivlinse kleiner wird.
      Den selben Effekt erreichst du also mit der Blende nicht, da das unabgeblendete Objektiv praktisch der Normal- oder Ausgangszustand ist und du
      durch das Abblenden in Bezug auf die Lichtstärke das Gegenteil erreichst.
      Wenn du jetzt aber sagst, ein Objektiv mit einem Öffnungsverhältnis von f/1,4 ist lichtstärker als ein Objektiv mit f/4 bei gleicher Brennweite im Sinne von dem, was du mit dem Reducer erreichen willst, dann hast du recht. Das hat aber (auch wenn das nach Haarspalterei klingt) streng genommen nichts mit der Blende zu tun, denn bei Offenblende hast du praktisch keine Blende.

      Ein Nachtrag noch: Wenn du mit dem Reducer die Brennweite beispielsweise halbierst, dann wird das Teleskop nicht nur doppelt so lichtstark, das Gesichtsfeld verdoppelt sich auch (mit den Einschränkungen , welche ich weiter oben im Thread schon beschrieben habe).
      Veränderst du bei einem Fotoobjektiv die Blende von beispielsweise Blende 4 auf Offenblende, so verändert sich am Gesichtsfeld nichts.
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982

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