Öffnungsverhältnis zur Pixelgröße bei Planeten und Mondfotografie

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    • Öffnungsverhältnis zur Pixelgröße bei Planeten und Mondfotografie

      Hallo zusammen,

      hab hier gerade in diesem Thread: https://www.balkonsternwarten-netzwerk.de/index.php/Thread/6664-Hilfe-beim-Beobachten/?postID=54577#post54577

      etwas über Öffnungsverhältnis zur Pixelgröße gelesen.

      Hierzu kann ich diese Seite empfehlen:

      gym-vaterstetten.de/faecher/as…ondfotografieTutorial.htm

      Beispiel:

      Bei meinem C9.25 und der DMK618 brauche ich eine Mindestanforderung von F20
      Da es sich um eine Mindestanforderung handelt, gehe ich mit der Tele Vue 2,5 auf F25.
      Soweit OK.

      Meine Seeingverhältnisse lassen allerdings nur selten F25 zu. Also auf F10 gehen, da sind die Bedingungen besser.

      Und nun? Mindestanforderung nicht erreicht :(

      Trick 17 muss her!

      Trick 17 ist: Drizzle

      ZB. hier Drizzle von F10 auf F30:

      balkonsternwarten-netzwerk.de/…Image/6358-Mond-in-Farbe/

      Mindestanforderung zwar nicht Optisch aber Rechnerisch erfüllt.

      Viele Grüße

      Schubi

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    • Moin Schubi
      Ja, die Ausführung von Peter Wellmann kenne ich, hatte ich bloß verdrängt :rolleyes: Da hatten wir schon vor 10 Jahren im Schwarzen drüber diskutiert :D



      Schubi schrieb:

      Trick 17 muss her!

      Trick 17 ist: Drizzle

      ZB. hier Drizzle von F10 auf F30:

      balkonsternwarten-netzwerk.de/…Image/6358-Mond-in-Farbe/

      Mindestanforderung zwar nicht Optisch aber Rechnerisch erfüllt.
      Kannst du das mal genauer ausführen? Ich kanns mir nämlich irgendwie nicht richtig vorstellen. Das Drizzlen ist doch ein nachträgliches Vergrößern des Bildes durch Interpolation von Pixeln, oder? Aber da ist doch das Kind schon in den Brunnen gefallen, also die Rohdaten versaut ?(
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
    • Hi Micha,

      dieses Verfahren wurde damals für Hubble entwickelt.

      Bei Hubble hatte man das Problem, dass das Öffnungsverhältnis zu der Pixelgröße nicht stimmte und man einiges an Auflösung verloren hatte.
      Darauf hin hatte man diesen Drizzle-Algorithmus entwickelt, der die Pixel beim Stacken gegeneinander verschiebt und man somit eine höhere Auflösung gewinnt. Mit dem Verschieben der Pixel konnte man im Subpixelbereich feine Objekte besser Abtasten.

      Eine reine Vergrößerung ist das wohl eher nicht.

      Dieser Drizzle-Algorithmus funktioniert sehr gut, aber nur solange, wie das Öffnungsverhältnis zur Pixelgröße unter der geforderten Mindestanforderung liegt. Darüber hinaus gibt es m.E. keinen Auflösungsgewinn mehr.


      Viele Grüße

      Schubi

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    • Hallo Schubi!
      Das mit dem Hubble hatte ich auch gelesen, trotzdem mag ich es nicht so recht verstehen.
      Wenn ich jetzt ein Video mit f/10 aufnehme und 5µ große Pixel habe, dann habe ich doch ein undersampling des Signals.
      Das bedeutet ja, das Bildinformationen im Rohbild gar nicht enthalten sind.
      Wie kann ein Algorithmus das nachträglich richten?
      Ich hatte den Drizzle-Modus von Autostakkert auch mal getestet, aber außer dem Faktor entsprechend größere Bilder ist da
      qualitätsmäßig nichts besser geworden.


      PS: Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich da grundsätzlich dran zweifle, ich möchte es nur verstehen. Habe gerade Videos mit
      f/10 rausgekramt und teste.... :D
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mic ()

    • hallo Hartmut

      erstmal Danke für den Link. Die Seite muss ich mir in einem ruhigen Moment zu Geüte ziehen. Weiter würd mich auch interessieren, wie dein Trick 17 genau funktioniert.

      Das Thema ist spannend, danke, dass du es hier velagert hast.
      Liebe Grüsse und klaren Himmel

      Marlene


      "Wir sind nur Gäste des Lebens, und gute Gäste hinterlassen den Ort, den sie bewohnt haben sauberer, als sie ihn vorgefunden haben." - Harald Lesch
    • Hallo Drizzle Könige,

      das Drizzeln erhöht durch clevere Verteilung der Original Pixel eines Bildes auf ein feineres Raster im Drizzle-Bild die Auflösung. Dabei bleibt die Brennweite und auch die Blende erhalten. Funktioniert nur bei sauber geditherten Bildern gut und kann sowohl bei Deep-Sky als auch Mond und Planeten angewendet werden. Ich selbst drizzle meine DS Bilder immer in PI und erhalte dadurch eine bessere Detaillierung bei guten Daten.

      Im Anhang ein wenig Erklärung.
      Dateien
      • Drizzle_API.pdf

        (701,96 kB, 25 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Klaren Himmel wünschen

      Antina und Karsten

      astrokarsten.wix.com/farbe-des-universums/
    • Hallo Ober-Drizzle König ;)

      Antina150I750 schrieb:

      Im Anhang ein wenig Erklärung.
      Das hatte ich mir auch schonmal durchgelesen, trotzdem nochmal vielen dank für den Link!

      Antina150I750 schrieb:

      Funktioniert nur bei sauber geditherten Bildern gut
      Ja, das Dithering würde die Erklärung für die Daten sein, welche beim Drizzlevorgang gebraucht werden.
      Aber diese Erklärung wirft wieder die Frage auf, wie das bei Mond oder Planetenaufnahmen zu machen ist.
      Dithering bei normalen DS-Aufnahmen ist klar, kann man ja übers Guiding sogar automatisieren, aber wie soll das bei der Aufnahme eines Videos gehen?.
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
    • Moin zusammen!

      Antina150I750 schrieb:

      ich denke das dithern geschieht durch die Luftunruhe und das damit verbundene Zappeln automatisch?
      Das glaube ich persönlich ehr nicht, das Zappeln ist ja eine Verzerrung durch die Luft, das würde ja zu extrem unsauberen Ergebnissen führen, zumal man ja das Zappeln weitestgehend eliminiert haben möchte:
      Ich habe mich auch, wie oben schonmal geschrieben, an f/10-Bilder gesetzt und mal getestet. Dabei habe ich aber keine grundsätzliche Qualitätsverbesserung festgestellt, die Ergebnisse waren etwas verwirrend.
      Als Ausgangsmaterial hab ich ein Video hergenommen, aufgenommen mit dem C8 bei f/10 mit der DFK 21, 60fps,
      22 Sekunden lang, Größe 640x480 Pixel raw. Aufnahmesoftware war Fire Capture.
      Aufgenommen wurde am 21.04.18, da hatte ich ja schon die anderen Videos mit f/25 bei sehr gutem Seeing aufgenommen.
      Gestackt hatte ich das Video mit AS! 3.0.14 64 bit, und zwar 50% Verwendungsrate, einmal mit 3x Drizzle und einmal ohne Drizzle, aber sonst
      mit exakt den gleichen Stackingeinstellungen (Gleiche Anzahl AP´s usw.)
      Das normal gestackte Bild hat eine Größe von 648x520 Bildpunkten, das 3x gedrizzelte hat eine Größe von 1944x1560 Bildpunkten.
      Nun ist es grundsätzlich erstmal kompliziert, 2 Bilder mit verschiedenen Auflösungen direkt miteinander zu vergleichen. Entweder, ich mache eins kleiner oder eins größer.
      Als erstes hatte ich das ungedrizzelte Bild mit Fitswork 3-fach vergrößert. Dann hatte ich probiert, die Bilder mit Registax 6 zu schärfen.

      Hier das Gedrizzelte Bild, Auschnitt 100%:

      Man sieht nach dem Schärfen ein Muster im Bild.
      Und hier der selbe Versuch mit dem ungedrizzelten Bild, 3-fach vergrößert, ebenfalls ein 100%-Ausschnitt:

      Hier ist nach dem Schärfen ebenso ein Muster zu sehen. Die Muster sind aber nicht identisch.
      In beiden Fällen ist das Ergebnis für mich aber nicht brauchbar.

      Die selbe Geschichte habe ich nochmal mit Gimp 2.8.10 gemacht. Dort habe ich das Plugin "Wavelet sharpen von Marco Rossini genutzt, welches sehr gute Ergebnisse liefert:

      Das linke Bild ist das gedrizzelte, das Rechte Bild ist das 3-fach vergrößerte. Beim Schärfen habe ich exakt die selben Parameter genutzt, wieder 100%-Ausschnitte.
      Diesmal erstaunlicherweise keine Artefakte oder Muster im Bild links, rechts Spuren vom Muster, das gedrizzelte erscheint etwas schärfer. Es haben sich aber beide Bilder vernünftig schärfen lassen.

      Und jetzt habe ich mal das ungedrizzelte Bild in Originalgröße von 648x520 Pixeln versucht, mit den selben Parametern wie oben zu schärfen:


      Siehe da, das geht so nicht, das kleine Bild ist total überschärft. Links daneben nochmal das selbe 3-fach vergrößerte Bild mit den gleichen Parametern geschärft.

      Das bis hier hin zu meinen Ergebnissen.
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
    • Hi Micha,

      danke für Deine Ausführung, sehr interessant.

      Ich hatte gedrizzelte Bilder mit ungedrizzelten, aber mit verschiedenen Vergrößerungsmethoden, auf das gleiche Maß hochskalierten Bildern, bearbeitet und verglichen.
      Selbe Bearbeitungsmethode, alles in einem Bild gemacht.

      Hin und wieder zeigten die gedrizzelten Bilder ein wenig bessere Details, aber nicht immer.
      Manche gedrizzelten Bilder waren auch schlechter zu bearbeiten, als die hochskalierten Bilder .
      Es zeigten sich auch teilweise grobe Raster, in den gedrizzelten Bildern.

      Im Moment zweifel ich etwas, ob die Drizzelei hier was bringt. Ist das vielleicht auch eine Abhängigkeit vom Seeing?

      Ich bleibe dran ;)

      Viele Grüße

      Schubi
    • Hallo zusammen.

      Micha, danke erst mal für Deine anfänglichen Bedenken, was das Drizzln angeht.

      So wie das aussieht, muss ich meine Meinung mit dem „Trick 17“ korrigieren.

      Hab viel probiert und muss nun sagen, Drizzln bringt bei meinen Mondaufnahmen nichts, oder nur so wenig (und das auch nur selten), dass es vernachlässigbar ist.

      Das Einzige was etwas bringt, ist die Vergrößerung des Drizzlens.
      Die Bilder lassen sich dann besser bearbeiten und die vorhandenen Details kommen besser raus.
      Nur dafür brauche ich nicht drizzln, kann auch gute Skalierungsmethoden nehmen.

      Wieder etwas dazugelernt ;)

      Viele Grüße

      Schubi