Referenzstern ?

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    • Hallo Ulrich,

      ja, da beginnt es etwas schwieriger zu werden.
      Sterne als Referenzen kann man sozusagen in nullter Näherung nutzen.
      Sehr exakte Spektren der Sonne sind im Web veröffentlicht, ebenso von hellen Sternen wie z.B. Arkturus.
      Allerdings ist es sehr schwierig, diese hochaufgelösten Spektren an 200L/mm anzuschließen.

      Verläßlich sind vor allem Vergleichslichtquellen mit genau bekannten Linien.
      Recht verbreitet sind da in Amateurkreisen schon Energiesparlampen, deren Emissionslinien bekannt sind und deren Spektren ebenfalls veröffentlicht sind.
      He-Ne-Glimmlampen geben da auch schon gute Refernzlichtquellen ab.
      Aus Glimmstartern für Leuchtstoffröhren kann man Referenzlichtquellen basteln.
      Die tellurischen Linien das sauerstoffs sind von der Position her exakt bekannt.

      Ich empfehle von WALKER den Spektralatlas 5.0, der frei im Web bereitgestellt wird.
      Mit entsprechender Software kann man dann die Spektren der Vergleichslichtquellen zur Kalibrierung der Sternspektren nutzen . . . . wobei das auch wieder nur ganz genau wird, wenn man die Vergleichsspektren unter genau der gleichen Konfiguration aufnimmt wie die Sternspektren. . . . .bei gleicher Temperatur . . . .das ann man beliebig weit treiben. . . .

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hallo Leute,
      na, da habe ich ja was Richtiges losgetreten. Gut , dann wollen wir mal Butter bei den Fisch tuen :

      1. Ich habe mir ein Gitter bei Teleskop-Express bestellt das wie ein Filter verwendet wird. Nun habe
      ich gedacht der erste Versuch wird an dem Doppelstern im Schwan durchgeführt, eine Komponente
      gelb andere blau. Das müßte auch unterschiedliche SpeKtren geben. Zum Vergleich hätte ich gerne
      Ergebnisse von Anderen gesehen, doch " Puste Kuchen ", im ganzem Netz Nichts zu finden. selbst
      auf der VDS-Seite werde nur hochpreisige Geräte beschrieben, das hält wohl jeden von der Spektroskopie
      fern.
      2. Bei Astromedia gibt es schon ein Handspektroskop für 13 Euro , ich habe sogar so eines.Mal sehen
      was dabei heraus kommt , ich lasse es euch wissen.

      Gruss Ulrich
    • Hallo alle,

      finde ich klasse, daß dieses für Amateure doch immer noch etwas exotische Gebiet soviel Interesse weckt.
      Für mich wird dadurch aus einem Lichtfünkchen am Himmel ein lebender, atmender Stern und sein Licht verrät mir seine Befindlichkeiten.

      Hallo Michael,

      mit der CD kannst Du schon ganz gut an hellen Lichtquellen experimentieren, für etwas höhere Ansprüche reicht sie natürlich nicht.

      Die Frage ist ja generell auch - was will ich damit tun, was interessiert mich, was will ich erreichen ?
      Will ich die Spektralklassifikation von Sternen nachvollziehen ?
      Dafür reicht sogar schon der Staranalyser 100.

      Sehr interessant sind auffällige Objekte wie z.B. Dschubba (Delta Sco), die Emissionslinien aufweisen und die ihre Charakteristik jederzeit ändern können. Amateurüberwachung ist da interessant. Oder Veränderliche Sterne - wie ändert sich die chem. Zusammensetzung bei Pulsationsveränderlichen ? Oder emissionsstarke WR-Sterne. . . .das alles geht auch schon mit den 100er oder 200er Transmissionsgittern.
      Je mehr Auflösung, desto mehr Ergebnisse Natürlich.

      Will ich Sonne oder Mondregionen untersuchen ? Das geht auch mit dem Staranalyser 100 und 200, allerdings ist bereits ein Spalt erforderlich.

      Ein Spaltspektrograph reduziert auch die Seeingeffekte dramatisch, denn ich spektroskopiere im Grund das (ausgeleuchtete) Spaltabbild.

      Möchte ich herausfinden, welche chemischen Elemente in planetarischen Nebeln vorherrschen ? Das geht wiederum zunächst gut auch mit spaltlosen Transmissionsgittern.

      Für diffuse Nebel wäre ein Spalt sehr hilfreich oder teilweise sogar Voraussetzung.

      Für den Nachweis von Rot- bzw. Blauverschiebungen - kann man generell nie genug Auflösungsvermögen haben. Das geht meiner Meinung nach nur mit einem Spaltspektrographen. Am ehesten würde das an Objekten mit hohen Verschiebungen funktionieren, also extragalaktisch; weit entfernte Galaxien, was allerdings dann die Aufnahme der Spektren dieser lichtschwachen Objekte anspruchsvoll macht.
      Dopplerverschiebung an engen Doppelsternen ist möglich - aber auch hier begrenzt das Auflösungsvermögen die Zahl der Beobachtungsobjekte.
      Spannend ist es allerdings.

      Für den Nachweis der Dopplerverschiebung durch Exoplaneten benötigt man Auflösungen die nur hochwertige Echelle-Spektrographen liefern können. Für Amateure sind ansatzweise dafür brauchbare Geräte ab ca. 6000 Euro zu haben.

      Viele Grüße,

      Martin

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    • Hallo Ulrich,

      das hier könnte helfen:
      astrospectroscopy.ch/images/lit_Datenreduktion.pdf

      Desweiteren:
      ursusmajor.ch/astrospektroskop…d-walkers-page/index.html

      Hier findest Du auch die Seite von Richard Walker.
      Den Spektralatlas 5.0 finde ich tatsächlich nichtmehr im Web.
      Kann sein, daß Walker den nichtmehr kostenfrei anbietet sondern nur noch als Buch (das ich natürlich auch gekauft habe).
      Berchtigterweise, wie ich finde, denn Walker et al. haben da enorm viel Arbeit reingesteckt.


      Viele Grüße,

      Martin

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    • Hallo Ulrich,

      ein Handspektrometer für 13 €? Das hört sich interessant an. Da macht Basteln mit CD ja keinen großen Sinn mehr. Ah, ich sehe gerade, das baut man auch selber zusammen. Dürfte aber machbar sein - im Gegensatz zum AstroMedia Kopernikus-Planetarium, das steht nämlich immer noch unvollendet in der Ecke. Das Spektrometer kostet aktuell ohne Versand bei Manufactum nur noch 7,90€. Versand kommt halt noch drauf. Mal sehen, was sich damit machen lässt :)

      Hallo Martin,

      Interessant, was Du da schreibst. Und klingt auch logisch - man muss wissen, was man messen will. Ich habe da momentan keine expliziten Ziele, mich interessiert grundsätzlich das Thema. Würde da gerne mal verschiedene Dinge probieren.
      Das PDF, das Du verlinkt hast (da gehen irgendwie beide Links auf das gleiche Dokument) ist recht umfangreich, habe es nur angelesen. Aber man sieht schon grob, wie die Kalibrierung abläuft. Insgesamt auch wieder relativ viel Bildbearbeitungsaufwand, aber ich denke, das ist besser schematisierbar als die übliche Astrofotografie.

      Den Dopplereffekt würde ich schon gerne mal sehen, so bei einem Quasar. Muss man halt mal länger belichten. Das mit dem Spalt ist mir auch klar. Wie es aber ohne Spalt ein sauberes Spektrum geben soll, verstehe ich noch nicht. Da muss ich mich noch aufschlauen.

      Danke jedenfalls für die Info!

      Klaren Himmel wünscht
      Michael
      Der Weg ist das Ziel!
    • Hallo Michael,

      sauberes Spektrum ohne Spalt geht an Sternen, wie die eine punktförmige Lichtquelle darstellen und somit - umgangssprachlich ausgedrückt - ihr eigener Spalt sind.
      Daß DAS aber sehr seeingabhängig ist, ist einsichtig.

      Bei planetarischen Nebeln wirst Du eine Gruppe von Abbildungen des Nebels in den getrennten Spektralfarben sehen.

      Was Literatur zu alledem angeht - da habe ich auch sehr sehr lange im Internet gegraben, bis ich einiges zusammenhatte.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hallo Martin,

      den Walker gibt es nur noch käuflich, aber egal , ich kriege es auch ohne hin.
      Und du hast recht, man muss lange und ausgibig im Netz graben um einige
      Fragen beantwortet zu bekommen, ein " To Do "gibt es nicht , sehr schade.
      Aber wenn mein Einblick grösser ist werde ich eines schreiben. Mich stört am
      Meisten das Alles so hochpreisig sein muss , erstmal denke ich nicht !!!!!!

      Nun gut ,wir werden sehen ,wie sich Alles entwickelt

      Gruss Ulrich
    • Hallo Ulrich,

      nun ja, es gibt klar strukturierte ToDo´s der Spektrenreduktion, aber die Gewinnung der Spektren hängt natürlich auch immer vom Objekt ab.

      Ich habe für mich selbst einge Checklisten erstellt damit es nachts problemlos abläuft.

      Die Kosten für die Geräte sind ziemlich hoch, das gebe ich zu. Wen man sich andererseits anschaut, was alles das gewonnene Spektrum schon verfälschen kann, dann wird klar, daß das alles Präzisionsinstrumente sind.
      Ich habe für meinen DADOS schon von Anfang an in die höher auflösenden Gitter mit investiert, weil die spezifisch auf das Instrument abgestimt sein müssen. Ich kann nich einfach eins zukaufen, einsetzen und gut ist - es muß für jedes Gerät individuell justiert werden.
      Preislich kam das auf gute 2200 Euro.
      Andererseits hat mich das Thema schon immer fasziniert, ich fing an mit Transmissions-Gitterfolien vor die Kamera montiert, später der Staranalyser 100 und dann dauerte es nochmal fünf Jahre des Sparens, bis ich mir das Gerät geleistet habe.
      Wir machen keine großen Fernreisen, keine teueren Urlaube, ich brauche keine dicken Autos und auch sonst keine teueren Luxusartikel. . . ich wolle einen guten Spektrographen.
      Andere kaufen sich für 2000 Euro einen Grill . . . . . ;)

      Wer handwerklich geschickt ist und vor allem die nötige Ausstattung dafür hat, kann im Selbstbau sicher einiges gewinnen - leider kriege ich DAS nicht wirklich gut hin.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hallo Martin,
      nein, nein , es lag mir total fern das du dich hier rechtfertigen musst !!!!!
      Jeder tut das was er möchte. Doch es bleibt ein komischer Nachgeschmack,
      so als wenn jemand Freimaurer werden will und es wird ihm gesagt " Du musst
      erst die Geheimnisse kennt ". Will sagen, es gibt für den Staranalyser noch nicht
      einmal eine brauchbare Bedienungsanleitung, doch das ist nicht deine Sache.
      Was aber deine Sache ist sehe ich so: Du veröffendlichst hier ein Bild mit nur
      einem hellem Strich in der Mitte und schreibst das Bild mit einem Gerät für
      über 2000 Euro gemacht wurde. Das mag zwar so sein , ist mir aber zu dünn,
      wär soviel Geld ausgibt kann und sollte mehr bringen.
      Damit wären wir beim Grill: ein guter Bekannter hat sich so einen gekauft
      und mich dann auch eingeladen. Nach dem stundenlangen Zubereiten hat es mir
      köstlich geschmeckt und das habe ich ihm auch gesagt. Will sagen "Auch ein
      teurer Grill kann sinnvoll sein ! und ein tolles Ergebnis bringen.

      Drehen sich nun die beiden Sterne von Alberio um ein gemeinsames Zentrum ?
      Kann man das 4fach System von Gamma Andromedae im Spectrum darstellen ?

      Wie gesagt: Es ist von mir keine Kritik, sondern nur eine Anregung !!!!!!


      Gruss Ulrich
    • Hallo Ulrich,

      ich verstehe, was Du sagen willst und ich fasse nichts davon als Kritik auf.

      Du kanst aber vielleicht inzwischen ein wenig nacjvollziehen, daß Spektrenreduktion etwas Zeit in Anspruch nimmt.

      Die Zeit hatte ich in den letzten Tagen leider nicht.
      Andererseits - wenn ich nun neben dem hellen Strich auch eine Kurve veröffentliche mit Elementenangabe. . . .dann weiß ich auch nicht ob das wesentlich mehr Appetit machen würde.
      Es geht wirklich darum: WAS will ich damit tun, WAS will ich sehen ?

      Wenn Dein Interesse der Dopplerverschiebung gilt - dann hast Du Dir ein Gebiet ausgesucht, in dem das Equipment nicht anspruchsvoll (und teuer) genug sein kann.
      Wenn Du mit eigenen Mitteln sehen möchtest, wie sich Sterne verschiedener Farbe im Spektrum unterscheiden, wie einfach A-Sterne da aufgebaut sind und wie komplex M-Sterne - das geht sogar schon ohne Spektrenreduktion einfach nur indem Du die Bilder gegenüberstellst.

      Es wird auch wenig helfen, zu beschreiben, wie intensiv und lange ich nach brauchbarer Literatur und Anleitungen gesucht habe.

      Ich sag´s mal so - dieser "teuere Grill" ist für mich sinnvoll und mir schmeckt´s.
      Das muß natürlich nicht allgemeingültig sein.

      Vielleicht wird es deutlicher, wenn ich mal Antares und Dschubba direkt gegenüberstelle.
      Und sobald ich Zeit habe veröffentliche ich die reduzierten Spektren.

      Zu Deinen weiteren Fragen:

      1.) Zwei Körper umkreisen immer den gemeinsamen Schwerpunkt, selbst wenn er innerhalb eines der Körper liegt.
      2.) Gamma And - kann ich nicht sagen ohne nachzusehen, aber die Verschiebungen eines Vierfachsystems darzustlen und nachzuweisen ist meiner unbedeutenden Meinung nach eine extrem komplexe Aufgabe. Ich versuche was darüber rauszukriegen.

      Viele Grüße,

      Martin

      P.S. Probiere doch den StarAnalyser mal am Ringnebel in der Leier aus ;)
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