Beteigeuze steigt aus der 1. Liga ab

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    • Hallo Helmut,

      vielen Dank für diesen sehr interessanten Hinweis.

      Nach Beobachtungen von F. Guinan et al. liegt eine Verbreiterung der TiO-Banden im Spektrum vor.

      Sehr passend, ich habe etwas Zeit, Orion steht hoch am Himmel - da sollte es nicht schwierig sein, Beteigeuze spektroskopisch zu beobachten.
      Von Antares mit ähnlicher Spektralklasse (M1.5 Iab) habe ich im Sommer Spektren aufgenommen.
      Könnte interessant sein, sie mit Beteigeuze zu vergleichen.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hi Thomas,

      wird schon nicht so schlimm werden. Man bekommt dafür ja einen sich ausdehnenden SNR (Superova Überrest) so in etwa wie M1 (der ist jetzt ca. 1000 Jahre alt) Der SNR in der großen Magellanschen Wolke (SN 1987a) war nach ein paar Jahren schon sichtbar (und ist es natürlich immer noch)

      aber wie ich das kenne sehen wir wegen der Wolken eh nix von einer Supernova Beteigeuze.......
      bleibt der Fernseher oder notfalls das Internet.......

      Bin schon gespannt ob ich das noch erlebe..........
      Gruß
      Heinrich
    • Hallo,

      ich glaube nicht, daß der Helligkeitseinbruch von Beteigeuze auf eine baldige Supernova hindeutet - bezogen auf unsere Lebenserwartung.
      Bald - so in 100 000 Jahren vielleicht schon.

      Beteigeuze ist ein Veränderlicher - allerdings ein recht Komplexer mit diversen Schwingungsperioden.
      Es wäre möglich daß momentan die Minima mehrerer seine Schwingungsmoden zusammenfallen.

      Natürlich wäre ein Supernova aber schon spektakulär und böte auch Amateuren faszinierende Möglichkeiten, diesen Prozeß zu studieren.
      Und sehen werden wir das sicher, eine SN verblaßt nicht innerhalb weniger Tage.

      Es wird aber kaum etwas anderes übrigbleiben als - abzuwarten.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hallo zusammen

      Ich denke, dass das Thema aktuell etwas hochgeschaukelt wird. Wie Martin glaube ich nicht, dass der Stern demnächst hops geht. Wir wissen, Beteigeuze ist veränderlich. Das sollten wir erstmal beobachten, was in nächster Zeit passiert.
      Liebe Grüsse und klaren Himmel

      Marlene


      "Wir sind nur Gäste des Lebens, und gute Gäste hinterlassen den Ort, den sie bewohnt haben sauberer, als sie ihn vorgefunden haben." - Harald Lesch
    • Hi zusammen,

      das Problem ist, dass wir zuwenig quantitatives über Leben und Sterben der SN-Vorgängersterne wissen. Das kommt ja auch hier sehr deutlich zuTage (".. glaube" ) Das zeigt sich schon daran, das die Fachwelt sehr überrascht war als sich herausstellte, dass der VorgängerStern von SN1987a kein roter, sondern ein blauer Stern gewesen ist. Damit hatte keiner gerechnet.... Weder die Instabilitätsbedingungen noch die -Dauer sind auch nur halbwegs sicher bekannt. Folglich wissen wir auch nicht, wie weit z.B. Beteigeuze auf diesem Weg schon ist....

      Daher ist die Aussage "..... explodiert in morgen, das ZDF überträgt live" genauso (wenig) sinnvoll wie die Aussage "...wird wahrscheinlich noch 100000 Jahre dauern" (wobei die Übertragung des ZDF bei unseren Wetterverhältnissen sicher nötig wäre........)

      Jeder mag es da halten wie er/sie will..... von der Fachseite wird es da zu Recht weder Zustimmung noch Kritik geben können....

      ==> weiterhin fröhliches Spekulieren (und abwarten - vielleicht sogar über das Ende der Menschheit hinaus..:...)

      Heinrich
    • Hallo Heinrich,

      Heinrich schrieb:

      Weder die Instabilitätsbedingungen noch die -Dauer sind auch nur halbwegs sicher bekannt. Folglich wissen wir auch nicht, wie weit z.B. Beteigeuze auf diesem Weg schon ist....
      . . .das kann ich so nicht ganz unkommentiert stehenlassen.
      Wir wissen schon einiges über Beteigeuze und über seine diversen Instabilitäten.
      Der dominante 425-Tage-Zyklus zeigt aktuell ein sehr tiefes Minimum und fällt zusammen mit dem Minimum des ebenfalls bekannten 5.9-Jahre-Zyklus.

      Ich beziehe mich da auf: ATel #13365; Edward F. Guinan, Richard J. Wasatonic (Villanova University) and Thomas J. Calderwood (AAVSO)
      on 23 Dec 2019; 20:24 UT


      Um den "Glauben" aus der Argumentation herauszunehmen: Ich persönlich interpretiere die aktuellen Beobachtungsdaten - also den Zusammenfall mehrerer Minima bei erhöhter Dichte von TiO und O in der Photosphäre - nicht als signifikant für eine bevorstehende Supernova zu unseren Lebzeiten.
      Da aber "bevorstehend" bezogen auf die Lebensdauer selbst kurzlebiger Sterne wie rote Riesen durchaus 100 000 Jahre umfassen kann, bleibt es natürlich rein spekulativ, ob wir das nicht vielleicht doch erleben.
      Ich hätte nichts dagegen, eine nahe Supernova photometrisch und spektroskopisch zu untersuchen - hautnah dabeizusein - wäre ein Traum.

      Ich denke da zurück an einen SuW-Beitrag von Dr. Thilo Günter, der das Riesenglück hatte, zur Supernova SN 1987 A gerade ein Beobachtungsprojekt auf La Silla durchzuführen. Natürlich wurden alle Projekte angepaßt um möglichst viel Beobachtungszeit für die Supernova zu haben.
      Klar im Vorteil waren da die kleineren Teleskope, selbst für sein 50cm-Teleskop war sie ohne Blende noch zu hell für die Detektoren.

      Daß der Vorläuferstern der SN 1987 A ein blauer Überriese ( SK -69 202, B3) war, war zu Anfang schon etwas überraschend, aber gerade die Beobachtung der SN ermöglichte es, verbesserte Sternmodelle zu erstellen.
      Bestimmte rote Überriesen sind somit in der Lage, Ihr Ende hinauszuzögern indem sie noch einmal eine Phase als blauer Überriese anhängen.
      Ob Beteigeuze dazugehört muß ich erst noch gründlicher recherchieren.
      Immerhin - wenn er auf einmal drastisch seine Spektralklasse ändern würde fände ich das auch schon spektakulär.

      Und wir alle können beobachten und überwachen, wie Beteigeuze weitermacht, ob er heller wird, noch dunkler . . .Lichtkurven erstellen. . . .ist doch spannend.

      Vielen Dank für die anregende Diskussion, mich motiviert sie, mich mal wieder viel gründlicher mit Sternentwicklung zu beschäftigen.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Neu

      Hallo Thomas,

      ich werde erst ab heute dazu kommen, das Spektrum auszuwerten, die letzten Tage hat mich die Arbeit vollständig beansprucht.

      Auf den ersten schnellen Blick fallen natürlich die breiten Titanoxid-Banden auf, das ist aber normal für einen roten Überriesen.
      Zu den Sauerstoffbanden kann ich noch nichts sagen, ebensowenig, ob die TiO-Banden ungewöhnlich breit sind, das kann ich erst nach Reduktion und Kalibrierung ausmessen.
      Es ist auch das erste Beteigeuze-Spektrum, das ich persönlich mit meiner Gerätekonfiguration aufnehme, vergleichen könnte ich das nur mit veröffentlichen Spektren und das geht erst nach der Datenreduktion.
      So gesehen beginnt für mich die Meßkampagne erst, ich versuche jetzt natürlich regelmäßig Spektren aufzunehmen, die ich dann vergleichen kann.
      Dann weiß ich auch, welche Bereich ich mit erhöhter Auflösung spektroskopieren sollte, momentan habe ich Übersichtsspektren mit 200 l/mm gemacht.
      Ein Vergleich mit Antares steht auch noch aus.
      Ich halte euch aber auf dem Laufenden und werde auch kommentierte Spektren hier veröffentlichen.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Neu

      Hallo Martin

      Wow, ich verstehe nicht so viel, von dem was du schreibst. Es ist einfach schön, in dieser kleinen familiären Runde so ein kompetentes Wissen zu geniessen.
      Liebe Grüsse und klaren Himmel

      Marlene


      "Wir sind nur Gäste des Lebens, und gute Gäste hinterlassen den Ort, den sie bewohnt haben sauberer, als sie ihn vorgefunden haben." - Harald Lesch
    • Neu

      Hallo Marlene,

      vielen Dank für das Kompliment, aber das trifft doch schließlich auf alle hier zu.
      Alle haben ihre Stärken, Vorlieben und Spezialgebiete und das macht das Forum so interessant.
      In Sachen Fotos kann ich so einigen hier noch lange nicht das Wasser reichen; hier allerdings wird einem das nicht immer von oben herab unter die Nase gerieben sondern mit Rat und Erfahrung geholfen.
      Deinen Anregungen zum Beispiel verdanke ich deutlich bessere Planetenbilder.

      Macht wirklich Spaß hier.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Neu

      Hallo Martin,

      sehr gute Recherche und Beobachtung! Vielen Dank!

      Ich kann mir gut vorstellen, dass uns Beteigeuze noch überrascht. Bis jetzt gibt es annähernd nur theoretisches/berechnetes Wissen über Rote Riesen und deren "Tod" in einer Supernovae. Deswegen ist es sehr hilfreich, Beteigeuze in seinem Stadium genau zu beobachten.

      Letztendlich ist es wie mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen auf der Erde: Wir wissen, dass es beides gibt und wir wissen, dass diese Ereignisse passieren werden. Sicher auch die Lokalität. Aber wann? Das ist nach wie vor vollkommen offen.


      Viele Grüße

      Matthias
    • Neu

      Hallo Mertin

      Das habe ich schon wo anders erwähnt. Wir sind doch alle da für ein gemeinsames Interesse und ich schätze sehr, wenn man sich gegenseitig unterstützt, wo man kann. Das liebe ich an einem Forum. Wir sind gewiss nicht da, um uns gegenseitig auszuspielen.

      So, und nun zurück zum Thema... :freundekk
      Liebe Grüsse und klaren Himmel

      Marlene


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