Erste Deep-Sky-Experimente - M42

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    • Erste Deep-Sky-Experimente - M42

      Hallo Forum,


      schon beeindruckend, wieviel ich doch so zu tun habe den ganzen Tag über, selbst wenn ich nicht arbeiten darf.
      Dennoch konnte ich die klaren Nächte nutzen und kann nun erste Ergebnisse vorstellen.

      Bislang habe ich mich nicht intensiver mit Deep-Sky-Fotografie beschäftigt, aber nun dachte ich mir mal: warum denn nicht ?
      Probier´s mal.

      Hier also ein Resultat meiner Versuche an M 42:



      Aufnahmedatum: 25.03.2020
      Aufnahmezeit: 21:36 MEZ
      Belichtungszeit: 80s
      Teleskop: TS Apo 80/480 mm
      Montierung: VIXEN GP-DX, Nachführung manuell - starker Ostwind, deutliche Schwingungen im Setup
      Kamera: ALTAIR GPC 130 C
      Filter: keine
      DARKS: 5
      FLATS: keine
      BIAS: keine

      Ich habe das Bild nur ganz gerinfügig im Kontrast angehoben, ich weiß, daß da noch mehr drinsteckt, aber das rauszukitzeln ohne Artefakte zu erzeugen, da muß ich mich noch etwas damit befassen.
      Voe allem die Strukturen im Kernbereich des Nebels wollte ich nicht verlieren.

      Es zeigt sich leicht, daß hier ab und zu eine Windböe den Leitstern massiv aus dem Toleranzkreis warf - ja, momentan führe ich noch manuell nach.
      Im rechten oberen Quadranten zeigt sich ein dunkler Fleck, den ich nicht erklären kann, im Dark zeigt die Kamera da keine Ausfälle.

      Im Vergleich zu den Leistungen, die hier so einige erbringen ist dieses Bild nichts Besonderes, aber als Erstlingswerk gefällt es mir trotzdem und nachdem Mario eine schöne Übersicht des Nebels hier gezeigt hat gehe ich mit diesem Bild ein wenig näher ran.

      Viele Grüße und bleibt gesund,

      Martin
    • Hallo Martin,

      Glückwunsch zu deiner 1. DS-Aufnahme. Ich finde sie ist dir gelungen. :gut,,:
      Wie viele Bilder mit 80 sek. hast du gestackt oder ist es eine einzelne Aufnahme?

      Bei dem Fleck auf der rechten Bildhälfte handelt es sich vermutlich um eine leichte Verschmutzung (Staub) auf deinem Chip. Wenn du Flats erstellt und mitverarbeitet hättest, wäre er nicht erkennbar.
      Ob es sich um einen Staubfleck auf der Kamera handelt, kannst du schnell herausfinden, indem du deine Kamera um 90° drehst und nochmal ein Bild machst. Ist Fleck danach immer noch auf der identischen Position befindet sich vermutlich ein Staubkorn auf dem Chip oder auf dem Schutzglas davor.

      M42 ist nicht einfach was den Kern betrifft. Hier arbeitet man meistens mit einem Trick, indem man extra kurz belichtete Aufnahmen nur für den Kern erstellt und diese in der Nachbearbeitung in die Hauptaufnahme einfügt.

      Mit welchem Programm hast du das Bild bearbeitet?
      Schau dir dein Bild noch einmal genau an, dann wirst du feststellen, dass es einen Grünstich besitzt.
      Viele Grüße
      Gordian

      >> Meine kleine Astro-Webseite <<
      Ps: Astrofotografie setzt Geduld und Leidensfähigkeit voraus!
    • Hallo Kurt,

      vielen Dank für Deine sehr wertvollen Tips !

      Das Bild habe ich 80s am Stück belichtet.
      Ich habe noch Weitere mit anderen Belichtungszeiten, da bin ich noch an der Bearbeitung dran.

      Der leichte Grünstich ist mir aufgefallen - wie geschrieben, ich habe es kaum bearbeitet, nur kurz in Fitswork das Masterdark subtrahiert und den Kontrast etwas angehoben. Da steckt noch viel mehr drin, aber ich merke, wie schnell Artefakte entstehen.

      Der dunkle Fleck - ja, ich tippe auch auf Verschmutzung, leider fiel er mir erst tags drauf bei der Sichtung der Bilder auf. Ich überprüfe das heute mal und reinige vor allem schon vorsorglich nochmal die Kamera.
      Ich hatte letzten Sommer öfter das Schutzglas rausgeschraubt, da es als IR- und UV-Filter wirkt und ich Olaneten im IR-Bereich aufgenommen habe. Da kann schonmal etwas Staub auf den Chip geraten.

      Meine Frau wird sich ganz besonders über Deinen Rat bzgl. des Kerns von M 42 freuen, sie hatte sofort dieselbe Idee - und eigentlich ist das garnicht ihr Hobby.

      Nochmals vielen Dank, genau deshalb habe ich das Bild hier gleich mal gezeigt - um wertvolle Anregungen zu erhalten.

      Viele Grüße und bleib gesund,

      Martin
    • Hallo Mario,

      also mir gefällt das Bild !
      Da ich - unvorstellbar aber wahr - keine Digitalkamera besitze, die für die Astrofotografie nutzbar wäre, sind mir Vollformataufnahmen und schöne Himmelsübersichten nicht möglich.
      Bislang hat mich das nicht sonderlich gestört, Sonne, Mond, Planeten und Spektren erfordern das nicht, aber nun werde ich schon ein wenig neidisch auf alle, die diese Möglichkeit haben.
      Andererseits werde ich als Solo-Selbständiger momentan keine größeren Ausgaben planen oder sogar tätigen und so bleibe ich erstmal auf das beschränkt, das mir möglich ist.
      Was aber nun auch schon jammern auf hohem Niveau ist. . . .

      Ich hätte da noch ein Bild von M 42 aus Januar, aufgenommen mit der Atik320e. Nach wie vor ist es mir ein Rätsel, warum diese Kamera in diversen anderen Foren quasi verrissen wurde und warum Atik sie nichtmehr herstellt.
      Das Bild zeigt auch, warum ich im Grunde auch ein Fan von SW-Bildern bin, mir gefällt einfach das in den feinen Nebeldetails fast plastische Bild sehr gut.



      Aufnahmedatum: 17.01.2020
      Aufnahmezeit: 0:51 bis 1h MEZ
      Belichtungszeit: 4x120s
      Teleskop: TS Apo 80/480 mm
      Montierung: VIXEN GP-DX, Nachführung manuell
      Kamera: ATIK 320 e Mono
      Binning: 2x2
      Filter: keine
      DARKS: 4
      FLATS: keine
      BIAS: keine


      Viele Grüße und bleibt gesund,

      Martin
    • Hallo Martin,

      dein Orionnebel ist auch sehr gut gelungen finde ich, die Atik ist für den Anfang schon eine gute Kamera und das Kühlsystem ist für ihr ausreichend.
      Ich habe den Nordamerikanebel nochmal mit ein anderes Objektiv aufgenommen, das bestätigt meine Annahme, das andere Objektiv muss ich mir nochmal genauer anschauen.



      Aufnahme mit Canon 1000 Da und 200 mm Tele
      12 x 2 Min Dark 8 x Flat 8 x und Bias 20 x

      Das bildet besser ab, ich bin auch erst mal am Anfang mit dieser Fotografie und bin beim austesten.

      Mfg Mario

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Mario1966 ()

    • Hallo Mario,

      na das sieht doch wirklich gut aus !
      Ich habe das Bild nun nicht sorgfältigst analysiert und in einem Bildbearbeitungsprogramm auseinandergenommen aber so wie es sich darstellt finde ich es sehr gelungen.

      Ich hatte zwar noch vor, sozusagen abschließend, M 42 mit der Atik in L-RGB aufzunehmen, aber Orion steht tief inzwischen und der Mond stört diese Pläne.
      Vielleicht geht noch was am WE, mal sehen.

      Noch kurz zur ATIK 320 e: Also für mich ist das nicht primär nur eine Kamera für den Anfang. Der Chip ist zwar weit weg von Vollformat, aber der Chip des Platzhirschs, der ATIK 314 L+ ist auch nicht größer.
      Kritisiert wurden seinerzeit die kleinen Pixel von 4.4 Mikrometer - inzwischen stürzt sich alles auf CMOS-Cams mit möglichst kleinen Pixeln.
      Die Kühlung von ca. 25°C unter Umgebungstemperatur hat sich bislang als absolut ausreichend erwiesen. Ok, nicht regelbar und die real erreichte Temperatur ist nicht auslesbar.
      Stellenweise habe ich das Gefühl - und das ist wirklich nur ein Gefühl - daß sich keiner irgendwie über die Kamera oder ihren Chip näher auslassen bzw. damit zu tun haben will.
      Mit etwas Anstrengung ließen sich dennoch so interessante Daten wie z.B. die Full Well Kapazität ermitteln.
      Ich hatte die Kamera speziell auch für die Spektralanalyse gewählt aber auch am Himmel können sich die Ergebnisse in meinen Augen sehenlassen.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hallo zusammen,

      eben ist es mir endlich gelungen, Autoguiding mit PHD 2 an meiner Montierung zum Laufen zu kriegen.
      Es war leider nicht ganz so einfach wie erhofft - Stern anklicken, Kalibrierung, Guiden, läuft.
      Leider lief es nicht.
      Aber nach ein paar Anpassungen der Einstellungen lief es dann schließlich doch.

      Das wird wohl die weiteren Versuche in Sachen Deep Sky um einiges bequemer machen.

      Jetzt lese ich mich noch in die Optimierung der Einstellungen ein.
      Was mir besonders gefällt: die Option "Nachführung auf Spektrographenspalt".

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hallo Martin,

      mit der zweiten Aufnahme habe ich mich nicht gewundert, ich habe das Objektiv noch ein wenig angepasst.


      Ja das stimmt wenn der Mond zunimmt wird es schwerer eine längere Belichtung zu machen, hab es schon mal gemacht dabei wurde das Bild zu hell durch den zu hellen Hintergrund.
      Deine Kamera ist aber empfindlicher und braucht nicht so lange Belichten, kannst ja mal ein Versuch starten.
      Du hast noch ein Vorteil da ein CCD-Sony ICX-274 Sensor verbaut ist, der ohne hin empfindlicher ist als ein Cmos.
      Auch das ist richtig, bei den Cmos-Chips haben die nachgezogen sie wurden auch verbessert, wie das Rauschverhalten und Empfindlichkeit.

      Pegasus schrieb:

      Das wird wohl die weiteren Versuche in Sachen Deep Sky um einiges bequemer machen.
      Ich denke mal schon das es erleichtert, dann kannst du auch länger belichten um so mehr Details werden sichtbar, ich muss auch sagen wenn man die Erfolge sieht wird es zur Sucht, da man mehr erkennt als mit dem Auge selber.
      Beim Orionnebel ist ein Beispiel das bei längere Belichtungen der helle Bereich ausbrennt, das kann man beheben durch Kombination mit kürzeren Belichtungen.

      Mfg Mario
    • Hallo Karsten,

      Quanteneffizienz 46,4 % bei einer Full Well Kapazität von 9000 e- .

      Für mich waren seinerzeit die kleinen Pixel sehr wichtig, derartige Kameras waren da noch nicht so verbreitet.
      Die im Vergleich zur 314 L+ etwas reduzierte Quanteneffizienz war für mich tragbar und - wirklich blind scheint sie nicht zu sein ;)

      Außerdem war sie gute 200 Euro günstiger als die 314 L+

      Bislang bin ICH absolut zufrieden mit diesem Kompromiß.

      Viele Grüße,

      Martin
    • Hallo Karsten,

      stimmt! die Sensoren sind inzwischen verbessert, aber der Sensor der ATIK 320 e ist immer noch recht empfindlich und ausreichend,da die Bayer-Matrix nicht vorhanden ist.

      Hallo Martin,

      bei Vollmond ist in der Tat ein nachteil da das Streulicht mit einfällt, habe es vor kurzen auch mal probiert aber das Ergebnis war das Bild war zu hell geworden.
      Probier es einfach aus es geht, wenn nicht muss du warten bis der Mond wieder abnimmt dann kannst du länger Belichten.
      Zum austesten deiner Monti reicht es alle male, bin mal gespannt auf dein Ergebnis.

      Mfg Mario
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