Mondkrater-eine Auflösungsfrage

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    • Mondkrater-eine Auflösungsfrage

      Moin zusammen!

      Ich habe in meinem mittlerweile recht umfangreichen Archiv gekramt, da das Schnee-Regen-Windwetter jegliche
      Außenaktivität vereitelt und habe da noch ein paar kleine Perlen gefunden, welche ich zumindest so als Mosaik noch
      nicht bearbeitet hatte:

      Theopilus, Cyrillus und Catharina

      Das unheimlich reizvolle Kratertrio am Rand des Mare Nectaris.

      Krater Rabbi Levi und Umgebung

      Von Links der Krater Gemma Frisius mit dem Lichtstrahl, welchen ich schomal beschrieben hatte, über Rabbi Levi, Zagut und dem Ende der Rupes Altai.

      Alle Bilder aus 2 Paneelen mit dem C8 auf Nexstar 2se und der Antares 2x-Barlow bei f/20.
      Kamera: TIS DFK21 AU04As bei 60 fps, Gestackt mit AS!3, 55 % von je 4000 Frames, Drizzle x1,5, bearbeitet komplett in Astra Image. Mosaik mit Microsoft ICE.

      Was mich interessieren würde: Was habe ich hier für eine Auflösung erreicht. In Karten sind zwar meist die Kleinkrater mit verzeichnet, aber die Strukturen nur bis 5 km Ausdehnung benannt.
      Ich denke, da komme ich drunter.
      Das war auch zu diesem Zeitpunkt das mit Abstand beste Seeing, was ich jemals hatte.
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
      Meine Bilder auf AstroBin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mic ()

    • Hallo Micha,

      wieder tolle Bilder.

      Aber zu deiner Frage:
      Wenn du mal den Kleinkrater Tacitus O neben Cyrillus nimmst, der hat 5km Durchmesser, dann haben deine kleinsten Krater Durchmesser von weniger als einem Kilometer. Das ist schon eine starke Auflösung.
      Hut ab. :thumbsup:
      Solche Abschätzungen gehen wunderbar mit Virtual Moon Atlas.
      Ein Blick in die Tiefen des Weltalls ist immer ein Blick in die Vergangenheit.
      Grüße und cs
      Frank
      astrofanweb.de
    • Moin zusammen!
      Vielen Dank für eure Rückmeldung!
      Ja, mit Virtual Moin Atlas habe ich auch die Einschätzung, dass ich da sogar unter einen Kilometer gekommen bin
      Ich hatte die Hoffnungen, gerade zu den Formationen in den Kratern wie z.B. die Rima Cyrillus 1 und 2 hat noch jemand weitergehende Infos. Ich habe lange im Netz gesucht, aber nichts gefunden.
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
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    • Moin!

      Ich habe mich da nochmal rangesetzt. Als Ausgangspunkt habe ich Tacitus O genommen, wie von Frank vorgeschlagen.
      Laut Virtual Moon Atlas hat der 5 km Durchmesser, das sind bei 400 % Vergrößerung ca. 13 Pixel:


      Dann habe ich mir den kleinen, unbenannten Krater in Cyrillus A ausgemessen, der hat ca. 4 Pixel:

      Das wären ungefähr 1,5 km.
      Neben Cyrillus A gibt es einen kleinen ebenfalls unbenannten Krater, welcher bei mir noch als Kreis zu erkennen ist:

      Der hat 2 Pixel, also ungefähr 0,8 km.

      Die ganz kleinen Krater werden noch etwas drunter liegen, denke ich.
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
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    • Hi Micha,

      ja leider habe ich im 4. Stock doch mit schlechtem Seeing zu kämpfen.
      Hinzu kommt, dass meine Nachbarn über und unter mir starke raucher sind, die alle Viertelstunde auf dem Balkon rauchen und das manchmal bis die Nacht um 2.
      Und ab 5Uhr geht die Qualmerei von vorne los, sodass ich die Fenster im Schlafzimmer schließen muss.
      Ein Blick in die Tiefen des Weltalls ist immer ein Blick in die Vergangenheit.
      Grüße und cs
      Frank
      astrofanweb.de
    • Hallo Micha,

      das sind ganz tolle Aufnahmen. Du hast damit das absolut Machbare in puncto Auflösung aus Deinem Equipment gezaubert. gfgfgf
      Mit einer Auflösung von etwa 0,7" für Dein C8 kann man spaßeshalber mal über eine einfache trigonometrische Beziehung die Größe von detektierbaren Objekten auf dem Mond ausrechnen. Ich hatte das mal vor langer Zeit für mein Teleskop betrachtet. Für die Entfernung Mond -Erde habe ich eine etwa mittlere Distanz angenommen.

      Objektgröße auf dem Mond [km] = tan (Auflösungsvermögen ["] / 3600 ["]) * 384.000km

      Also Objekte mit ca. 1km Ausdehnung sind auf jeden Fall drin.

      LG
      Hans-Jürgen
    • Hallo zusammen!
      Euch nochmal vielen Dank für die Rückmeldung!

      Pegasus schrieb:

      Hast Du Tips zur Fokussierung unter übleren Bedingungen ?
      Da mach ich es kurz: nein. Fokussierhilfen bringen am Mond nichts und ich muss da einfach fairerweise sagen, dass ich mir das Bildermachen bei scheiß Bedingungen
      abgewöhnt habe. (Sorry für den Kraftausdruck)
      Ich schaue meist vorher, wie das Seeing wird, mittels Meteoblue oder clear outside, die haben dann meist zu 75 % recht. Ist es ehr gering bewölkt bis heiter baue ich erst gar nicht auf, ebenfalls bei Schleierwolken.
      Ist es wolkenfrei, beobachte ich erst visuell. Ist da schon nichts zu holen, lasse ich es.
      Das ist ja auch ein Grund gewesen, dass ich auf den IR-Longpass umgestiegen bin. Wieviel Gigabyte habe ich schon gelöscht, weil es nur Mist war.


      Astrofan schrieb:

      ja leider habe ich im 4. Stock doch mit schlechtem Seeing zu kämpfen.
      Ich kann mich da an meine Lebenszeit in Platte mit Balkon in Weimar erinnern. Da hast du recht, das Seeing war oft sehr grottig.

      Astrofan schrieb:

      Hinzu kommt, dass meine Nachbarn über und unter mir starke raucher sind
      Und auch das kann ich dir nachfühlen, ein Elend. Wir hatten das Schlafzimmer Gott sei Dank auf der anderen Seite.
      Rausfahren mit dem Teleskop ist keine Option?


      Hans-Jürgen schrieb:

      das sind ganz tolle Aufnahmen. Du hast damit das absolut Machbare in puncto Auflösung aus Deinem Equipment gezaubert.
      Danke Dir! Ich denke auch, dass das die Auflösungsgrenze für ein 8" SCT ist.
      Ich hab ja noch den 12 Zöller, aber der ist immer sooooo sperrig, und das Nachführen von Hand wird man auch vergessen können.
      Zumal man ja auch das Seeing dafür haben muss.
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
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    • Hallo Micha,

      super klasse Bilder, hast richtig Glück mit dem Seeing gehabt. :thumbsup:


      Wollte letztes Jahr mit meinem Skymax 180 und der ASI 178 MM Bilder vom Mars aufnehmen, ging durch das Seeing an dem Tag leider gar nix.
      Beim Saturn hat es geklappt, Bild habe ich hier in der Planetengalerie veröffentlicht. Übrigens war das so zu sagen mein "first light", habe
      vorher noch nie mit RGB (L-IR) Filtern gearbeitet. Kannte ich leider nur durch Theorie von meinem Beruf, habe Drucker gelernt, auch schon
      an einer Repro-Kamera gearbeitet, die haben damals, als es noch keine Scanner gab, es auch mit den Filtern erstellt, nur halt nicht mit den
      Licht- sondern mit den Körperfarben, CMYK!

      Auf jeden Fall wird das Auflösungsvermögen hier auf der Erde vom Seeing diktiert. Laut astronomy.tools bei einem guten Seeing von (2-4" FWHM) sollte man die optimale Pixelgröße
      der Kamera so wählen, das man auf eine Auflösung von 0.67 - 2" / Pixel kommt. Wie war das mit dem under- und oversampling?

      In diesem Sinne klaren Himmel wünscht

      Mathias
      Klaren Himmel und beste Bedingungen wünscht

      Mathias

      "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Albert Einstein
    • Moin Mathias!
      Auch Dir vielen Dank!
      Deinen Saturn hatte ich schon gesehen, der ist nicht schlecht geworden!

      MaJoK_BoLa schrieb:

      Auf jeden Fall wird das Auflösungsvermögen hier auf der Erde vom Seeing diktiert.
      Da hast Du völlig recht, daher wird man wohl mit keinem Instrument an die theoretische Auflösungsgrenze kommen. Zumindest nicht in unseren Breiten.

      MaJoK_BoLa schrieb:

      Wie war das mit dem under- und oversampling?
      Vermutlich beziehst Du Dich auf den Thread mit Martin seinem Mare Humorum?
      Ich mache das jetzt auch nicht so von theoretischen Betrachtungen abhängig. Beim C8 und der DFK 21 mit ihren 4,7 Mü großen Pixeln ist f/20 gar nicht so schlecht, wie
      man oben sieht.
      Das deckt sich eigentlich ganz gut mit den Betrachtungen hier:
      baader-planetarium.com/de/blog…fuer-die-astrofotografie/
      Die SVbony hat ja gegenüber der DFK nur halb so große Pixel, daher funktioniert die bei f/10 recht gut. Für größere Brennweiten war bisher das Seeing nicht gut genug.
      Wenn trotz guten Bedingungen die Bilder nicht so werden, wie man sich das vorstellt, dann sollte man ein over / undersampling ggf in Betracht ziehen und mal
      die Pixelgröße der Kamera checken.
      Und jeder, der ernsthaft Bilder von Mond oder Planeten machen will, hat zumindest eine Barlow, wo man mal experimentieren kann, wo bei seinem System das Optimum
      liegt.
      Viele Grüße,
      Micha

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mic ()

    • Moin!
      Nur mal so zum Vergleich:
      So hat man damals vor 12 Jahren angefangen, mit der guten alten Atik 1C2, bei 5 Bildern pro Sekunde, gestackt und geschärft mit Giotto.

      Und da war man damals durchaus stolz, so ein Bild hier präsentieren zu können :D
      Viele Grüße,
      Micha

      "Uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten!"- Karat, Der Blaue Planet, 1982
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    • Hallo Micha,

      mic schrieb:

      Rausfahren mit dem Teleskop ist keine Option?
      naja eher nicht, müsste jedesmal die Sachen runter und wieder hochschleppen.
      Wenn dann mal meine Sternwarte fertig ist, geht das dann auch gut. Leider bin ich seit drei Jahren nicht groß voran gekommen.

      Meine ersten digitalen Fotos habe ich vor über 20 jahren mit einer Vesta 680k, ToUCam 730 später 740k gemacht.
      Das ging auch prima.
      Dei 740er hab ich noch, die läuft auch unter Win10 64bit super. Hab sie geflasht als SPC900NC. Die macht immer noch eine gute Figur.
      Ein Blick in die Tiefen des Weltalls ist immer ein Blick in die Vergangenheit.
      Grüße und cs
      Frank
      astrofanweb.de
    • Neu

      Moin Thomas,
      Auch Dir vielen Dank.
      Auf dem Mond gibt es neben den Rillen durchaus noch eine ganze Menge anderer Oberflächenmerkmale, da sind wesentlich exotischere dabei als ne schnöde Rille, beispielsweise Reiner Gamma
      Viele Grüße,
      Micha

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